Im Hinterland von Collioure liegt eine alte Einsiedelei – die Eremitage de Consolation – deren Ursprung auf das 10. – 12. Jahrhundert zurückgeht. Der idyllisch gelegene Ort ist mit dem Auto – aber besser noch zu Fuß über den alten Pilgerweg erreichbar, der durch die Weinberge von Collioure führt und eine herrliche Panoramasicht bietet.
Die Einsiedelei besteht aus drei Gebäuden, von denen eines bewirtschaftet ist. Der schattige Innenhof, in dem sich Hühner, Schafe, Ziegen, aber auch Esel aufhalten, lädt zur Rast ein.
Hier der etwas versteckte, unscheinbare Eingang zur Kapelle, deren Tür aber stets geöffnet ist … Eintritt frei. Man sollte allerdings einige Euro-Münzen in der Tasche stecken haben, wenn man nicht im Dunkeln stehen will.
Wie wichtig den Menschen in und um Collioure das Meer und die Fischerei war, sieht man am nächsten Bild: Ein Schiff hängt von der Decke der Kapelle!
Das Altarbild war 2009 sichtlich frisch restauriert …
Ein Sammelsurium an Bildern und Heiligenfiguren …
… und an Votivgaben, wie z.B. von Kreuzfahrern oder anderen Fernreisenden mitgebrachte Krokodile – als Dankesgabe für die Errettung aus der Not:

Die im Süden Frankreichs schon fast obligatorische Schwarze Witwe fehlt auch hier nicht:
Lange Zeit wusste ich nicht, wen dieser Römer darstellen sollte (nächstes Bild), den ich in der Kapelle entdeckte:
Aber “Nichts ist so schwierig, als dass es nicht durch Nachforschen aufgespürt werden könnte”, sagt Terenz:
Es handelt sich um den Heiligen Expeditus, den Anführer einer römischen Legion, der unter Diokletian (4. Jh) für seinen Glauben gemartert wurde. Auf dem Kreuz, das er in der Hand hält, steht das für ihn als Christen wichtige “Hodie” – was “heute” bedeutet.
Mit dem Fuß zertritt der Heilige den Unglücksbringer, einen (heidnischen!) Raben, der “Cras, Cras” schreit – was “morgen, morgen” heißt.
Möglicherweise handelt es sich um den alten Mithraskult, ein im Römischen Reich verbreiteter Mysterienkult, bei dem der Rabe – das Symbol für den 1. Grad der Weihe – eine Rollte spielte.
(Anmerkung: Im Jahr 1906 wurde Expeditus von Rom endgültig aus dem Heiligenkalender gestrichen.)
(Abbildung: Mithras begleitet vom Raben (links oben). Fresko mit Stiertötungsszene aus dem Mithräum in Marino, 2. oder 3. Jahrhundert)
Es heißt, diese Eremitage sei auf einem alten, heidnischen Kultort errichtet worden. Voila – das Foto der ursprünglich Neptun geweihten Quelle:
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Viel Spaß!
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