Ein Kultplatz aus alter Zeit – Santuari de la Mare de Déu del Far

Eine Zufallsentdeckung im September 2015

Wir befinden uns in Katalonien, in einer schwer zugänglichen Gegend zwischen den Regionen Garrotxa und La Selva, und zwar im Gemeindebezirk Susqueda, wo sich das Heiligtum de la Mare de Déu del Far befindet. (Mare de Déu = Mutter Gottes, Far = Licht, Leuchtturm)
Dieser verschwiegene Ort liegt oberhalb einer Steilklippe, etwa
elfhundert Meter über dem Meeresspiegel. Die Landzunge selbst ragt wie ein Schiffsbug in die Landschaft. Vom Mirador aus erwartet den Besucher eine atemberaubende Rundumsicht auf Wälder, Wasserfälle, Tafelberge, Vulkane – sowie auf die schimmernden Susqueda Wasserreservoirs.

(Blick von der Aussichtsplattform auf die Umgebung. Alle Fotos können durch Anklicken vergrößert werden!)

Die Kapelle del Far

ist von außen eher unspektakulär. Das ursprüngliche Gebäude aus dem Jahr 1269 wurde durch ein Erdbeben zerstört. Der Neubau – ein rechteckiges Schiff mit Gewölben erinnert an eine steinerne Grotte. Es bildet einen Komplex mit einem weiteren Gebäude – dem Haus eines ehemaligen Eremiten.

Mare de Déu del Far

Verehrt wird hier eine ganz besondere Madonna: Der Korpus ist aus Alabaster gefertigt, eine Gipsart, weicher als Marmor, die hier überall abgebaut wird. Auch die Romanischen Madonnen, die im Episkopal-Museum von Vic stehen, sind teilweise aus Alabaster. Die Far-Madonna stammt angeblich aus dem 11. Jahrhundert. (Ich selbst hätte sie im 13. Jh. verortet.) Sie wurde im Jahr 1922 restauriert und farbig bemalt.

(Foto rechts – die Alabaster-Madonna aus dem 11. Jh.
Foto unten eine Votivgabe)

 

Neugierde siegt

Meine langjährige Gewohnheit, bestimmte Kirchen mindestens in einer Richtung fußläufig zu umrunden, hat sich auch hier ausgezahlt: Ich saß bereits im Auto, weil es regnete, als mein Blick auf eine Art „Hain“ fiel. Ich stieg wieder aus und betrachtete mir die Sache näher. Dabei entdeckte ich das ursprüngliche Santuarium del Far, das in keinem mir vorliegenden Reiseführer Erwähnung fand. Der steinreiche Kultplatz ist heute ein Ort der Stille und Einkehr …

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(Foto durch Anklicken vergrößern!)

Ein Hain, ein altes Quellheiligtum …

In alter Zeit waren Heilige Haine bestimmten Göttern oder auch Nymphen geweiht. Sie lagen stets im Schatten, im Schutz von Bäumen und Sträuchern, und dienten der Opferung und dem Gebet.
Über einen Heiligen Hain der Kelten in der Nähe von Marseille schreibt u.a. Annaeus Lucanus (39-65 n. Chr.), ein Neffe von Seneca d.J., in seinem Epos Pharsalia
(Caesar hatte den Befehl gegeben, den Hain abzuholzen, um Stämme für das Belagerungsgerät von Marseille zu bekommen):

“Ein Hain in der Nähe war seit Menschengedenken nicht mehr angetastet worden. Seine verschlungenen Äste umfingen und verdunkelten den Luftraum und spendeten kühlen Schatten, denn die Sonnenstrahlen wurden hoch oben abgeschirmt. Hier werden Götter mit barbarischen Riten verehrt; auf den Altären schichtet man schauerliche Opfergaben auf, und jeder Baum ist schon von Menschenblut bespritzt. Hier fürchten sich die Vögel zu sitzen und die wilden Tiere zu lagern. Weder der Wind noch die aus schwarzen Wolken geschleuderten Blitze trafen je diesen Wald, und obwohl die Blätter keinem Lufthauch ausgesetzt sind, zittern die Bäume von innen her. Es fließt auch viel Wasser aus dunklen Quellen, und düstere, kunstlos geschnitzte Götterstatuen ragen unförmig aus den Strünken …“

 

Wem wurden hier Opfer dargebracht? Der Göttin Isis?

Dass es sich einst um eine heidnische Stätte, einen Kultplatz, gehandelt hat, beweist auch die kleine uralte Figur hinter den Gitterstäben. Auffällig die hohe Krone und der ungewöhnliche – an ein Mieder oder gar an ein Musikinstrument erinnernde – Gegenstand unterhalb der rechten Brust. Auch diese Figurine ist aus Alabaster gefertigt. Möglicherweise handelt es sich bei ihr um die Vorgängerin der Madonna aus dem 11. Jahrhundert, die in der Kirche von Far verehrt wird. So zierlich und aufrecht stehend, mit dem auffälligen „Thronsitz“ auf dem Kopf, könnte es sich um eine „Isis lactans“ gehandelt haben, die dem Horusknaben die Brust reicht, ihm göttliche Stärke einflößt. Der Isis-Kult war in späthellenistischer bis nachchristlicher Zeit weit verbreitet. Erst vier Jahrhunderte später verwandelte sich Isis stillschweigend in „Maria mit dem Jesuskind“, wobei man Maria mitunter mit dem Mondschiff der Isis unter den Füßen darstellte, z.B. in Paris, Notre Dame.
(s. auch meinen Artikel „Schwarz bin ich, aber schön“)

Oder gar Kybele?

Als ich mir den wasserspeienden Löwen näher betrachtete, kam mir spontan die Göttin Kybele in den Sinn, deren Attribut der Löwe ist. Kybele war eine Magna Mata, eine universelle Göttermutter aus Phrygien, eine Berg- und Naturgöttin, in vielen Ländern und Städten beheimatet – z.B. in Madrid (Kybele-Brunnen) oder in der Stadt Lyon, wo ein bedeutender Kybele-Tempel stand, der stolze 86 auf 53 Meter maß. Verehrt wurde diese Göttin unter vielen Namen, auch unter „Artemis“.
Die Kirchenväter der „neuen Lehre“ hassten Kybele: Der Heilige Augustinus nannte sie eine „Hurenmutter“, „die Mutter nicht der Götter sondern der Dämonen“. Doch der alte Kult trotzte dem Christentum: Im 2. Jh. n. Chr. gründete Montanus, ein Kybele-Priester, eine neue Sekte. Er gesellte Kybele den Knaben Attis zu, (ein Pendant für Jesus) und behauptete, dass Frauen, die in Kybeles Dienst standen, predigen und weissagen durften wie die Männer. Das konnte sich das christliche Patriarchat nicht bieten lassen! Im Jahr 380 erklärten die römischen Kaiser Theodosius I., Gratian und Valentinian II. das Christentum zur Staatsreligion – doch der weströmische Kaiser Eugenius (392-394) setzte weiterhin heidnische Senatoren ein, die die Magna Mater verehrten. Gleichwohl wurden die Anhängerinnen des Montanus zu Ketzerinnen erklärt und umgebracht, indem man sie in ihren Kirchen einschloss und sie bei lebendigen Leibe verbrannte. Im Jahr 431 versetzte man der Magna Mata endgültig den Todesstoß: Auf dem Konzil zu Ephesos wurde Maria zur Mutter Gottes (Theotokos – Gottesgebärerin) erklärt.

 

Und wie verhielt es sich jetzt mit der alten Quellgöttin von Far? Ich vermute, sie war einst keine Isis, auch keine Magna Mata, sondern „nur“ eine kleine Bona Dea – eine von den Einheimischen verehrte Muttergöttin des Lichts! 🙂

Noch zwei kleine Hinweise:
Die Straßen in den Katalanischen Pyrenäen sind meist in einem sehr guten Zustand.
Hinter der Kirche del Far befindet sich ein Restaurant:

Adresse: Santuari El Far
Carretera del Santuari del Far S/N
17176 SANT ESTEVE D’EN BAS (SUSQUEDA)
Tel: 972190169
//www.santuaridelfar.com/santuari-de-la-mare-de-deu-del-far.aspx

Eine Hinterlassenschaft der Tempelritter: Pontaubert

Das malerische Dorf Pontaubert liegt im Herzen des Burgund, in einem Tal, ungefähr drei Kilometer von Avallon und zehn Kilometer von Vézelay entfernt.

Das Dorf hat seinen Namen von einer Brücke – also Pons (gebaut um 840) – und einem Mann namens Aubert, Graf von Avallon, Bruder von Robert dem Starken.

Die Tempelritter waren hier

Im Jahr 1190 wurde das Land um Pontaubert den Templern übergeben, die die Pilger auf ihrem Weg von Vézelay nach Autun schützten – später geriet es in die Hände der Johanniter bzw. Hospitaliter.

Die „Arme Bruderschaft vom Tempel zu Jerusalem“

wurde im Jahr 1118 durch Hugues de Payens, Godefroy de St.Omer und sieben weiteren Rittern aus Frankreich mit der Aufgabe gegründet, die Pilgerstraßen in Jerusalem zu sichern und die Heiligen Stätten der Christenheit zu verteidigen. Ein Jahr später überlässt Balduin II., der König von Jerusalem (1118-1131), dem Orden einige Gebäude im Bereich des ehemaligen Tempels Salomons. Der Orden nennt sich nun Ritterschaft vom Tempel zu Jerusalem. Er ist der erste Mönchs- und Ritterorden in der Christlichen Geschichte.
Zu Beginn des 12. Jh. – während des zweiten Laterankonzils – werden die Tempelritter ausschließlich der Jurisdiktion des Heiligen Stuhls in Rom unterstellt. Sie werden ermächtigt, eigene Kirchen und Friedhöfe zu besitzen, und erhalten das exklusive Recht, ständig ein rotes Kreuz auf der linken Schulter – zum Gedenken an das Martyrium Christi – zu tragen.
Im Jahr 1291 – nachdem sämtliche Besitztümer der Tempelritter im Heiligen Land an die Sarazenen gefallen waren – verlegt der Orden seinen Sitz nach Zypern.
Am 13. Oktober 1307 – dem „schwarzen Freitag“ – lässt König Philipp IV. unangekündigt alle Templer in Frankreich verhaftet. Es kommt zu einem aufsehenerregenden Prozess …

Der Ritterorden der Johanniter (Hospitaliter, Malteser)

Im Jahr 1191 – während der Belagerung von Akko –  beschließt die Hospitalbruderschaft vom Deutschen Haus von St.Marien zu Jerusalem dem Vorbild der Tempelritter zu folgen und sich als militärischer Orden zu konstituieren. Der Hospitaliter/Johanniter – Orden erwarb seinen Besitz weitgehend durch Schenkungen, die ihm von reichen Pilgern, Ordensrittern oder Landesherren zugewendet wurden, um seinen Ordensauftrag im Heiligen Land ausführen zu können. Am 2. Mai 1312 erhielt der Ritterorden vom Hospital St. Johannis zu Jerusalem durch päpstliche Verfügung fast den gesamten europäischen Landbesitz des damals aufgelösten Templerordens übereignet – darunter wertvolle Besitztümer und Kommandanturen in Frankreich und Deutschland.

Die Kommandantur Pontaubert war allerdings so schwer beschädigt, dass der Herzog von Burgund seinem Kommandanten Guillaume de Fontenay eine große Geldsumme gab, um sie wieder herzurichten.

 

Die Kirche Notre-Dame-de-la-Nativité
ist spätromanisch (letztes Drittel des 12. Jh.) und gilt als eine der interessantesten Bauten der Gegend. 

Notre Dame du Saulce-d’Island
(s. Fotos rechts und unten)

Hier in Pontaubert befindet sich eine von den Templern hochverehrte Madonna, die früher in der Chapelle du Saulce-d’Island stand. (gleichnamige Kommanderie, s. Foto unten). Über diese Entdeckung habe ich mich sehr gefreut!

Eine weitere Romanische Sitz-Madonna aus Stein

hätte ich in Pontaubert beinahe übersehen. Sie befand sich, nahezu unbeachtet, irgendwo im Seitenbereich der Kirche auf dem Boden.

Pontaubert – verzaubert?

Wie ist das zu verstehen? Als rätselhaftes Wortspiel aus der Zeit der ehemaligen Besitzer Pontauberts, der Tempelritter? Aber nein, diese Kirche besitzt einen herrlichen Dornröschen-Turm – und wer den nicht zauberhaft findet, dem ist wohl nicht zu helfen! 🙂

Mit einem letzten Blick hoch oben aus dem Turm – der Beweis, dass ich mich dort hinaufgetraut habe! – und dem alten Friedensgruß der Tempelritter, dem Pax tecum, verabschiede ich mich aus Pontaubert.
Ich hoffe, es hat auch Ihnen hier gefallen!

Ihre

Helene L. Köppel

Boule d’Amont und die Gekreuzigte Frau

Boule d‘ Amont

Auf meiner Pyrenäenreise im Jahr 2013 verschlug es mich u.a. in den kleinen Ort Boule d’Amont  (Département Pyrénées-Orientales, Nähe Prades). Dieser Ort war bereits in der Jungsteineit bewohnt. In der Nähe gibt es Dolmen und Menhire.
Die im Ortskern stehende Pfarrkirche Saint-Saturnin stammt aus dem 11. Jahrhundert, sie wurde 1972 in das Zusatzverzeichnis der Monuments historiques eingetragen.

In dieser Kirche entdeckte ich sonderbare Dinge – doch alles der Reihe nach. Zuerst treten Sie bitte ein …

Beginnen wir mit Gott Vater, der sich hier im Kopfschmuck des Sol invictus zeigt. Auf Sonnensymbole trifft man in den Pyrenäen häufig.

Auch Maria, die Himmelskönigin, wird in Südfrankreich gern als Sonnenkönigin dargestellt – hier mit Strahlenkranz und prachtvollen Ohrgehängen:

Die „üblichen Verdächtigen“ (Antonius von Padua, St. Germaine usw.), die man in fast allen Kirchen Frankreichs findet, stelle ich in diesem Beitrag nicht vor, dafür die berühmte und hochverehrte „Madonna von den Treppen“ – (die ich an diesem Tag vergeblich im Kloster Marcevol gesucht hatte; die Madonnen befinden sich leider nicht immer dort, wo sie eigentlich hingehören).

Aber da war sie nun endlich, in Boule d`Amont, gut gesichert hinter Glas:

(Nachstehend oder besser „sitzend“: Notre Dame de las Gradas, 11. Jh, romanische Sitzmadonna, Foto HLK.)

Eine weitere spannende Entdeckung in Boule d`Amont:

Jahrelang suchte ich nach ihr, deshalb freute ich mich unbeschreiblich, als ich im Juni unverhofft auf sie stieß:

„Notre Dame de Vie“ (Unsere Frau vom Leben)

Ich wusste, dass es sie gab, doch wo? Das Vertrackte bei meiner Suche war gewesen, dass auch etliche Romanische Madonnen diesen Namen tragen, z.B. in Villefranche de Conflent. Mein Interesse galt aber einer ganz besonderen „Dame vom Leben“, einer ländlich-rustikalen Pyrenäenmadonna – wie ich sie nun zufällig in Boule d`Amont fand.

Die Figur mutet androgyn an. Spontan erinnerte ich mich an die Offenbarungsrede auf dem Nag Hammadi-Papyrus, in der eine weiblich-männliche Allgöttin spricht:
„Ich bin das Haupt des Alls, die ich vor einem jeden da bin .. ich bin es, der das Wasser hervorsprudeln ließ“

(s. auch „Die Affäre C.„)

Mein Interesse an dieser Madonna hängt – wie soll es anders sein – mit meiner Arbeit zusammen, der Schriftstellerei – und hier insbesondere der Cagotenforschung (Cagots = eine noch im 19. Jh verachtete Pyrenäenpopulation). Mein dritter Thriller „Talmi“ beschäftigt sich im historischen Part mit diesen Cagoten. Deshalb möchte ich hier nichts verraten. Es war jedenfalls ein unbeschreibliches Gefühl für mich, als ich die Inschrift unter den Füßen dieser sonderbaren Madonna entdeckte:
Notre Dame de Vie.


Und nun zur Gekreuzigten Frau:

Es gibt sie, die Gekreuzigten Frauen, aber ich selbst hatte noch kein Abbildnis vor Ort gesehen. In den meisten Fällen handelt es sich wohl um die Heilige Kümmernis  (auch St. Wilgefortis genannt). Vom eigenen Vater (König) gezwungen, einen Heiden zu heiraten, erflehte sich die junge Christin von Gott einen Bart. Ihr Wunsch ging in Erfüllung – worauf der wütende König sie ans Kreuz nageln ließ. Soweit die Legende.

Ergänzend ist zu sagen, dass die Heilige Kümmernis in der Mythologie als Nachfahrin einer keltischen Baumgöttin gesehen wird, die einst am Querholzbaum gebunden im Wald hing – was jedoch die Kirchengeschichte nur ungern zugibt.

Eine Frage bleibt wohl für immer offen – Die goldene Kümmernis, die in Boule d’Amont ausgestellt ist, trägt KEINEN BART – hängt aber dennoch am Kreuz. Eine französische Variante der Legende? Nun, vielleicht bekomme ich es eines Tages noch heraus!

Diese gruselige Story kann man übrigens auch in der Märchensammlung der Gebrüder Grimm nachlesen: „Die Frau Kümmernis“.

 

Der österreichische Dichter, Avantgardist, Naturforscher und Sprachkundler Bodo Hell ( geb. 1943 in Salzburg ) hat ein Gedicht über die Kümmernis geschrieben, das ich irgendwann zufällig in „KUNSTUNDKULTUR“ gefunden habe.

Ein kleiner Auszug:

Frau Kümmernis
wie schön gewandet stehst du da
samt deinen güldnen Schuhen,
die Hände flach ans Holz gespießt
hast keine Zeit zum Ruhen …“

Ich danke herzlich für Ihr Interesse!

Helene L. Köppel

LESEN HÄLT WACH – garantiert!

 

 

 

 


Limoux – Die Madonna ohne Kopf

Das Schicksal der „netten Marceillerin“ mit dem verschmitzten Lächeln …

Im Sommer 2006 führte mich meine Recherchereise in eine alte, sonderbare Kathedrale in der Nähe von Limoux (Aude, Südfrankreich), von der ich u.a. wusste, dass im Mittelalter (13. Jh) sogar Frauen katharischen Glaubens regelmäßig hierher pilgerten.

In diesem Beitrag geht es speziell um sie – um die berühmte Schwarze Madonna von Marceille, die so nett lächelte. Eine erste Beschreibung fand ich bei Ean Begg (Die Unheilige Jungfrau), Bad Münstereifel 1989:

„Notre-Dame de Marceille. Statue aus hartem schwarzen Holz, 11./12. Jh. Der Reliquienschrein, auf einem Hügel außerhalb des Ortes, ist seit 1011 bekannt und seit 1380 als Wallfahrtsort bezeugt. Liegt in nur 18 km Entfernung von Rennes-le-Château, seit der Ermordung von Dagobert II. Zufluchtsort und Zentrum der merowingischen Blutlinie und damit verbundener Geheimnisse.
Die Schwarze Madonna heilt Blinde. Viele Exvotos, darunter Stücke von Brautschleiern.“

In meinem Roman „Die Affäre Calas“ (E-book „Die Affäre C.), der zwei Jahre später erschien, schildere ich eine Begegnung meiner Protagonistin Sandrine (Ich-Erzählerin) und ihrer Freunde mit dieser außergewöhnlichen Madonna:

„Als wir das nördliche Querschiff betraten, ging plötzlich das Licht an. Wir rissen die Augen auf: Gold blitzte uns entgegen, Gold wohin man nur sah. Hinter einem kunstvoll geschmiedeten Gitter und einer dicken Glasscheibe saß die Schwarze Madonna …“

´Die hat ja ein helles Kind`, brach es aus Steffi hervor. Sie steckte die Kerze zu einem guten Dutzend anderer, die dort brannten, und stieg die Stufe hoch, um die Madonna näher zu betrachten. ´Überrascht?`, fragte Sokrates. ´Das Dunkel und das Licht. In der Nacht, als Salomon mit der Königin von Saba seinen Sohn Menelik zeugte, sah er im Traum eine hell scheinende Sonne, ein heiliges Licht aus dem Himmel kommen …`

Dieser Mann hatte eindeutig seinen Beruf verfehlt, er hätte Prediger werden sollen …

´Weiß man denn, woher diese Madonna ursprünglich kommt?`

´Ein Bauer hat sie beim Pflügen gefunden. Er nahm sie mit in seine Hütte, am nächsten Morgen war sie verschwunden. Da lief er auf den Acker zurück und fand sie erneut an Ort und Stelle, so dass die Leute beschlossen, dort eine Kathedrale zu bauen. So erzählt es die Legende. Wie es genau war, weiß ich nicht.`

Dass Sokrates einmal zugab, etwas nicht zu wissen, erfreute mich regelrecht! Als er mir Platz machte, stieg ich hoch, um durch das Gitter hindurch ein Foto zu schießen. Ich bin schwarz, aber schön – Tochter von Jerusalem, ging es mir durch den Kopf. Ein bisschen konnte ich verstehen, weshalb die Weißen Büßer sie verehrt hatten …“

(Alle Fotos HLK, 2006)

Ein Jahr nach meinem Besuch in der Kathedrale Notre-Dame de Marceille (mozarabischer Baustil) erreichte mich eine schlimme Nachricht, die mich betroffen und wütend zugleich machte:

VANDALISMUS!

In der Nacht vom 30. September auf den 1. Oktober 2007 – also noch vor dem Erscheinen meines Romans – hatten Vandalen der „netten Marceillerin“ den Kopf abgeschlagen und entwendet. Auch ihr goldener Mantel wurde gestohlen. Einzig das Jesus-Kind auf ihrem Arm blieb verschont.


Eine Parallele zum in der Nähe gelegenen Ort Rennes-le-Château, wo ein Verrückter Jahre zuvor dem Teufel des Priesters Saunière den Kopf abschlug?

Leider weiß ich nicht mehr, wer die Aufnahme, die offenbar kurz nach dem Attentat auf die Madonna entstand, gemacht hat. Das Foto war vermutlich auf der Seite des Autors Philipp Coppens (+2012) abgedruckt, der seinerzeit schrieb, dass die Statue durch ein elektrisches Alarmsystem geschützt gewesen sei, dieses jedoch in den Wochen zuvor nicht funktioniert hätte. Schon zweimal, so Coppens, einmal während der Französischen Revolution und einmal in den 1980er Jahren, sei die Madonna gestohlen worden. Bei einem Antiquitätenhändler sei sie Monate später wieder aufgetaucht.

ENDE GUT – alles gut?

Die nette MARCEILLERIN hat natürlich längst einen neuen Kopf erhalten – doch dieser hat mich enttäuscht:

(Foto I. u. W. Dill, München – mit bestem Dank!)

 

Das verschmitzte Lächeln ist verschwunden – wie auch das kleine Loch auf ihrer Nase.

Schade …

 

 

 


 

MIREPOIX – die Stadt der Belisama

Hinter dem Wort Mirepoix verbirgt sich nicht nur eine Art „Röstgemüse (s. Ende des Beitrags)“, sondern vor allem eine kleine pittoreske Stadt in Südwestfrankreich, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint.  (Departement Ariège, Region Midi-Pyrénées, ca. 3000 Einwohner).

Mittelalter pur. Betritt man die Altstadt, ziehen die malerischen, oft vorkragenden Fachwerkhäuser, aber vor allem die Holzarkaden und Lauben sofort alle Blicke auf sich. Rings um den Place Géneral Leclerc kann man es sich unter ihrem Schatten gutgehen lassen, einen Café trinken, ein Glas Rosé oder Blanquette aus Limoux … Mirepoix ist ein Wohlfühlort, aber es gibt dort auch einiges zu entdecken.

Wenn Sie Lust auf eine Reise in die Vergangenheit haben, dann folgen Sie mir bitte:

Mirepoix (Mirapiscem = Sieh den Fisch) trägt einen goldenen Fisch im Wappen, darüber drei geheimnisvolle Sterne, die auf vorchristliche Traditionen zurückgehen, in der Mirepoix von den Römern „Stadt des Lichts“ genannt wurde.

Im Hochmittelalter beherbergte Mirepoix viele Katharer, darunter zwei der berühmt-berüchtigten Belissensöhne, nämlich Peire-Roger von Mirepoix (der Ältere und sein gleichnamiger Sohn, der Jüngere).  Sie waren die Herren der Stadt und bewohnten eine Burg, die – Der Turm – hieß. Auf ihrem Wappen befanden sich Fisch, Turm und Mondsichel.

Was hat es nun mit den Sternen und der Mondsichel auf sich?  Eine Hommage an die Mondgöttin Belissena (die keltiberische Astarte), als deren Abkömmlinge sich die Belissensöhne angeblich sahen?

Astarte mit der Mondsichel gilt als Vorläuferin von Maria, der Mutter Gottes. Als Stella Maris wird Maria ebenfalls mit Sternen abgebildet und balanciert oft auf der Mondsichel (nächstes Foto, Notre Dame, Paris). Im Gegensatz zu Astarte jedoch, die sich mit dem Mond krönt, tritt Maria die Mondsichel  – das Heidentum! – mit den Füßen und dokumentiert damit den Sieg über Astarte!

Dass sich hinter Belissena/Astarte die keltische Göttin Belisama verbirgt, liegt schon aufgrund der Namensähnlichkeit nahe. Belisama, die Gefährtin des Gottes Belenus (Abellio/der strahlende Apoll!), nannte man „die Strahlendeste, Leuchtendste“. Sie wurde mit der römischen Minerva gleichgesetzt und sowohl mit Licht  und Feuer, aber auch mit Seen und Flüssen (der Fisch!) in Verbindung gebracht.

Zu Belisama gibt es eine heiße Spur: Im Departement Ariège (wo auch Mirepoix liegt) entdeckte man eine lateinische Inschrift folgenden Inhalts:

Minervae Belisamae sacrum Q(uintus) Valeriu[s] Montan[us e]x v(oto) [s(uscepto)]

Keltischer Abellion:

Tatsächlich sind nicht wenige Orte in der Umgebung nach Belisama/Belenus benannt: Belesmes, Blesmes und Blismes; und man weiß heute auch, dass sich auf dem Gipfel des Pic du Saint-Barthélemy (der Tabor der Pyrenäen, in der Nähe des Montségur gelegen) ein Abeillo-Heiligtum befand, zu dem die alte Katharer-Straße führte.

Mirepoix und die Katharer …

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts waren die Herren von Mirepoix und die meisten ihrer 36 Mitherren entweder selbst Katharer oder Anhänger bzw. Beschützer dieser Häresie. In der Stadt Mirepoix existierten nachweislich 50 Katharer-Häuser, in denen Diakone und Parfaits ausgebildet wurden. Ein Diakon namens Mercier „hielt Hof“; ein anderer bat im Jahr 1204 den Burgherrn inständig darum, die Festung Montségur wiederherstellen zu lassen – was bemerkenswert ist, weil es um diese Zeit überhaupt noch keine gewaltsamen Übergriffe auf die Katharer gab. (Allerdings zogen bereits päpstliche Legaten durch die Lande, die kräftig Stimmung gegen die Katharer machten.) Unterstützung fand der Diakon bei Esclarmonde, der Vizegräfin von Foix, die 1204 das katharische Consolamentum erhielt, also in die Reihen der Perfekten aufgenommen worden war.  Zwei Jahre später – 1206 – sprach sich Esclarmonde auf einem Katharerkonzil, das in Mirepoix stattfand, erneut für den Ausbau der Burg Montségur aus.

(Foto Olaf Jacobskötter, Katharertaube)

(Foto HLK 2009, Rathaus von Mirepoix)

Belissensohn – ein Ehrentitel?

Noch einmal zurück zu den Belissensöhnen, die noch heute ein Mysterium umgibt. Es heißt, sie stammten ursprünglich – wie Esclarmonde – aus dem (benachbarten) Grafengeschlecht Foix. Doch der Herr von Saissac, Erz-Katharer, Onkel und Vormund des Vizegrafen Trencavel von Carcassonne, galt ebenfalls als Belissensohn …

Nach einer zusammenhängenden, verifizierten Genealogie der Belissen-Adelslinie suche ich seit langem. Sie ist entweder verlorengegangen oder es scheint sie nie gegeben zu haben. Daher ist die Frage erlaubt, ob der Adelstitel „Belissensohn“ nicht nur eine Art Auszeichnung war. Ein Ehrentitel für mutige Faidits wie Pierre-Roger von Mirepoix? Vielleicht dreht es sich aber auch nur schlicht darum, dass die Belissen-Familie die alte Manichäer-Lehre vom Licht in der Dunkelheit (Dualismus) bis in ihre Zeit hinein bewahrt hat.

Kein Wunder, dass sich die Esoteriker aller Länder seit langem leidenschaftlich mit den Belissen beschäftigen, ihnen allerlei Geheimbündeleien andichten und sie in den obersten Gralshimmel versetzen.

(HLK Mirepoix 2009, Sparrenköpfe am Haus des Konsuls)

(letztes Foto – in der Mitte der Heilige Mauritius)

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Saint-Genis-des-Fontaines

Der beschauliche Ort Saint Genis des Fontaines (2800 Einwohner) liegt ca. 17 Kilometer von Spanien entfernt, am Fuße der Albères-Berge –  also zwischen Pyrenäenausläufern und Meer (Côte Vermeille).

Die Kirche mit ihrem lombardischen Turm, ist absolut sehenswert. Sie gehört zu einer vor dem Jahr 819 gegründeten ehemaligen Benediktinerabtei. Der Neubau wurde im Jahr 1153 eingeweiht.

Mir kam es bei meinem ersten Besuch – bei dem es nicht blieb! – auf den berühmten „Türsturz“ an, von dem ich gelesen hatte, und von dem es hieß, er sei der erste seiner Art in ganz Frankreich. Dieses Basrelief stellt tatsächlich die früheste plastische Darstellung romanischer Kunst dar. Es ist aus  Marmor, 2,40 m breit  und 0,75 m hoch.

Zum genaueren Betrachten des Türsturzes von Saint-Genis-des-Fontaines  eine  weitere Abbildung, die ich eingescannt habe (aus  Les Symboles, mémo gisserot, Editions Jean-Paul Gisserot, 2008):

In der Mitte (in einer Mandorla) ein segnender Christus – Majestas Domini –, flankiert vom griechischen Alpha und Omega und getragen von zwei Engeln. Seitlich je drei Apostel. Die Umrahmung: mozarabische Palmettenornamentik.

Im Juni 2013 hatte ich eine bessere Kamera dabei und versuchte selbst mein Glück:

Die Werkstatt dieses Türsturzes soll im spanischen Teil der Pyrenäen gelegen haben. Ähnliche, wenngleich jüngere Werke finden sich nämlich im benachbarten St. André, in Arles-sur-Tech und im ehemaligen Kloster zu Roda. (Beiträge zu St. André und Arles-sur-Tech folgen)

Die nachträglich (um das Jahr 1020) eingefügte Inschrift des Basreliefs lautet: ANNO VIDESIMO QUARTO REGNANTE ROTBERTO REGE WILLELMUS GRATIA DEI ABBA ISTA OPERA FIERI IUSSIT IN ONORE SCI GENESII CENOBII QUE VOCANT FONTANAS.

Übersetzt: „Im vierundzwanzigsten Jahr der Regentschaft des Königs Robert befahl Guillaume, Abt von Gottes Gnaden, dass dieses Werk geschaffen werde zu Ehren des heiligen Genis (Genesius), genannt „von den Quellen“.

(Gemeint ist der Kapetingerkönig Robert der Fromme; ein Gemälde, das ihn zeigt, hängt in der Bibliothèque nationale de Paris):

Die Epitaphe mit Inschriften neben dem Eingang zur Abteikirche Saint Genis …

Links vom Eingang zwei Epitaphe, zum einen zur Erinnerung an den verstorbenen Klosterbruder Berenguer (+ 1307) und seiner Schwester Mathia; zum anderen an einen gewissen Dulce de Mont-Roig (+1271)

Rechts zwei weitere Epitaphe, die an den Klosterbruder Miguel Mesner (+1307) erinnern und an Ramon de Pollestres.

Der heutige Kreuzgang stimmt mit dem, der im 13. Jahrhundert neu erbaut wurde, nur weitgehend überein, wie man gleich hören wird …

Im Jahr 1507 wurde das Kloster Saint-Genis dem Kloster Montserrat angeschlossen. Die letzten Mönche verließen es jedoch erst im 18. Jahrhundert, in den Jahren der französischen Revolution, worauf die ursprüngliche Abteikirche 1846 zur Gemeindekirche Saint-Michel wurde.

Jetzt zum Schicksal des Kreuzgangs:

Bis zum Jahr 1913 blieb der mittelalterliche Kreuzgang weitgehend erhalten, obwohl er unter zwei bis drei Besitzern aufgeteilt war, die darin Wohnungen eingerichtet hatten und Landwirtschaft betrieben. Dann jedoch begab er sich unfreiwillig auf Wanderschaft:

DIE dreiteilige ODYSEE des Kreuzgangs von Saint-Genis-des-Fontaines  

Teil I – auf hoher See

Erste Auflösungserscheinungen zeigten sich ab dem Jahr 1913: Das Brunnenbecken, das den Hof des Kreuzgangs zierte, wurde verkauft. Lange Zeit wusste man nicht, wohin, bis man es wiederentdeckte – und zwar im Kreuzgang von Saint-Michel de Cuxa, der – wie übrigens auch der Kreuzgang von Collioure – nach Amerika verkauft und dorthin verschifft worden war.

Teil II – aus eins mach zwei

Elf Jahre später, im Jahr 1924, erwarb der geschäftstüchtige Antiquitätenhändler Paul Gouvert den (brunnenlosen) Kreuzgang von Saint-Genis, um damit das Heim eines vermögenden Schlossbesitzers zu verschönern. Dabei brachte er das Kunststück fertig, aus dem einen Kreuzgang zwei kleinere zu machen. Das zweite Objekt ging an das  Philadelphia Museum of Art. Am Schluss des lukrativen Deals überließ Gouvert großmütig (und sich vermutlich die Hände reibend) zwei Arkaden dem Louvre.

Teil III  – die glückliche Rückkehr

Erst als sich der private Eigentümer im Jahr 1982 einverstanden erklärte, „seinen“ Kreuzgang an den Staat zu verkaufen, kam der „Stein“ (im wahrsten Sinne des Wortes) wieder ins Rollen. Bei den Demontagearbeiten entdeckte man auf den Steinen der Säulen bestimmte Setzvermerke, die die Echtheit des Kreuzgangs und seine Herkunft bestätigten. Ähnliche Vermerke befanden sich auch auf den beiden Arkaden im Louvre, die daraufhin ebenfalls demontiert und nach Saint-Genis zurückgebracht wurden. Kopiert wurden lediglich die in den USA befindlichen Teile. Die gesamte Restaurierung des Kreuzgangs von Saint Genis wurde erst 1994 abgeschlossen.

 Interessante Säulenkapitelle aus verschiedenfarbigem Marmor …

Der weiße Marmor kommt aus der Gegend von Ceret, der roséfarbene aus Villefranche de Conflent und der schwarze aus Baixas.

Nun einige Impressionen aus dem Inneren der Kirche:

  Eine der hochverehrten Monserrat-Madonnen:Wer sich hinter der nächsten Figur verbirgt, erschloss sich mir bis heute nicht …

Der Heilige Judas – in der Ecke stehend:

Mein Favorit in Saint-Genis ist eine mannshohe Schwarze Witwe (Nostra Senyora Dels Dolors – schmerzensreiche Jungfrau) – die schönste, die mir bislang in den Kirchen Südfrankreichs begegnete …

… thematisiert in „Die Affäre C.“ (Thriller, E-book)

Auszug: „Sieh nur, Sandrine, die ersten Schwarzen Witwen“, raunte mir Henri unauffällig zu. Und tatsächlich: Wie von Zauberhand waren sie aufgetaucht, halbmannshohe Puppen in Trauer gekleidet, das Haupt verhüllt mit einer Spitzenmantille, sieben silberne Schwerter auf der Brust aufgenäht … „Nostra Senyora Dels Dolors. Unsere schmerzensreiche Frau … Vor einem Antiquitätengeschäft in der Rue St. Vincent stand eine besonders schöne Witwe, eingerahmt von zwei weißen Stehlampen und zusätzlich mit einem Spot in Szene gesetzt. Wir traten näher. Ein schmales, edles, sehr junges Gesicht unter der schwarzen Mantille, die Hände zum Gebet gefaltet, jedoch mit auffällig rot gefärbten Lippen. Vor ihr, auf einem schwarzen Polster liegend, der tote Jesus, ihr göttlicher Sohn. „Dass man die Muttergottes schminkt und als Witwe verkleidet, habe ich noch nirgends gesehen“, sagte ich. „Es handelt sich nicht um die Muttergottes, auch wenn man den Anschein erweckt.“ Henri senkte seine Stimme. „In Wirklichkeit steht hier Maria Magdalena, die um ihren Gatten Jesus trauert. Der Tod eines Kindes macht schließlich keine Mutter zur Witwe!“

Hier eine Aufnahme vom Juni 2013:

Sie altert nicht, sie wird von Jahr zu Jahr schöner! 🙂

 

Um wen es sich bei der schönen Witwe von Saint-Genis mit den roten Lippen auch immer handelt – Maria Magdalena fand ich ganz in ihrer Nähe, und zwar auf einem Gemälde …

Und ein weiteres Mal auf einer Kreuzweg-Station:

Einer der Altäre – und nachstehend ein wunderschöner, alter Taufstein, natürlich romanisch, aus dem 12. Jahrhundert:


Noch eine letzte Anmerkung zu „Saint Genis“ – es handelt sich um den Heiligen Genesius von Rom (um 305). Er war ein christlicher Märtyrer und galt als Patron der Schauspieler, Künstler, Tänzer und Spielleute. Deshalb wird er in der Kunst oft mit einem Saiteninstrument, mit einer Maske oder einem Taufstein dargestellt.