Wer hat Angst vor Maurice Claret?

Es gibt ihn.
Ich kenne ihn seit Jahren.
Ich habe Maurice Claret – so sein Romanname – oft beobachtet.
In Südfrankreich. In Collioure. Heimlich.
(Ich hoffe, er hat es nicht bemerkt!)
Ich habe ihn adaptiert.

So fing alles an …
Nachdem ich nicht nur meine Historischen Romane (Katharer-Romane), sondern auch meine Gegenwartsthriller in Südfrankreich ansiedeln wollte, musste es natürlich ein Franzose sein, der vor Ort meine Fälle löst.
Guter Rat war teuer: Der berühmte Hercule Poirot (eigentlich Belgier) zeigte sich zwar interessiert, fühlte sich aber zu alt für die Verbrecherjagd, der Pariser Kommissar Adamsberg winkte gestresst ab, selbst Claude Bocquillon, der umtriebige schwule Detektiv aus dem südfranzösischen Anduze, war unabkömmlich.

Da erinnerte ich mich an einen freundlichen und immens gutaussehenden Polizisten,
der mir in Collioure ständig über den Weg lief –
und ich gab ihm spontan den Namen
Maurice Claret.

Die kleinen Fotos können durch Anklicken vergrößert werden!

Lassen wir an dieser Stelle einige (fiktive) Romanfiguren zu Wort kommen, die Maurice Claret irgendwann kennengelernt haben:

FALL 1 – „DIE AFFÄRE C.“

Collioure 2004, in der Nacht zum Karsamstag: Der schaurige Sanch-Umzug ist vorüber. In höchster Verzweiflung, weil sie ihren Geliebten nicht finden kann, streift die Anwältin Sandrine Feuerbach aus Nürnberg durch die dunklen Gassen der Stadt. Henri ist spurlos verschwunden.
Plötzlich vernimmt sie hinter sich leise Schritte.
Sie dreht sich um: „Haben Sie mich die ganze Zeit verfolgt oder zufällig hier entdeckt, Brigadier Claret?“
„Ich habe Sie nicht aus den Augen gelassen, seit Sie das Hotel verlassen haben, Madame. Auch wenn wir hier nur eine kleine Gendarmerie sind, so kennen wir doch unsere Pflichten.“
Irgendwie hatte ich den Eindruck, der Mann stünde auf meiner Seite. Aber das wäre mir in dieser Nacht wohl mit jedem Menschen so ergangen, der sich meinethalben auch nur ein kleines bisschen gesorgt hätte …“

FALL 2 – „BLUT. ROTE. ROSEN“

Steffi Conrad, aus Nürnberg – Sandrines beste Freundin – befindet sich sechs Jahre später, also im Jahr 2010, selbst in Gefahr und bittet Maurice Claret (inzwischen zum Kommissar aufgestiegen) um Hilfe. Schauplatz ist Saint-Bertrand-de-Comminges. Steffi erzählt folgendes über den Kommissar: „Maurice Claret war in Zivil, aber ich erkannte ihn sofort wieder. Das tiefschwarze, millimeterkurz geschnittene Haar, die hohe Stirn, die gutgeschnittene Nase, der energische Mund. Er trat auf mich zu, umarmte mich und schüttelte mir lange die Hand. Ich war wirklich froh, ihn zu sehen und wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen …“
Eine weitere Szene am Ende des Romans: Nur nebenbei bemerkt: Jeder Mensch hat Marotten … Selbst Maurice Claret war nicht ohne Spleen. In seinem Kofferraum, das hatte mir Celine Claret (die Frau des Kommissars) im Vertrauen und mit einem Augenzwinkern erzählt, stapelten sich nicht nur glänzende Handschellen, sondern auch jede Menge stahlblaue und schneeweiße frisch gestärkte Button-down-Oberhemden. Ich hatte gelacht, als ich das erfuhr – und wissend genickt. Solcherart stramm, ja geradezu tipptopp aus dem Ei gepellt, hatte ich ihn vor Jahren kennengelernt, an einem ähnlich heißen Tag wie heute, in Port Vendres, einem Nachbarort von Collioure …“

FALL 3 – „TALMI“

Und was erzählt der in diesem Roman als Ich-Erzähler ermittelnde Polizeipsychologe René Labourd über Maurice Claret?
„Clarets dunkle Augen blitzten. Er entsprach nicht dem üblichen Bild eines Kommissars, dazu war er einen Tick zu gutaussehend, doch er galt seit langem als einer der fähigsten und fleißigsten Kriminalisten der Ligue Pyrénées …“

FALL 4 – „SALAMANDRA“

Hören wir, was die Archäologin Bernadette Molander über den Kommissar zu berichten weiß!
„Auf dem Weg in die Stadt zeigte sich Claret wortkarg. Obwohl Bernadette darauf brannte, dass er von sich aus die Sache mit Thomas ansprach, tat er ihr den Gefallen nicht. Dafür schaltete er das Autoradio ein. Zazie sang, und Claret summte leise mit. ›Schönes Lied‹ sagte er am Ende. ›Ca fait mal et ca fait rien – wie würde man den Titel auf deutsch übersetzen?‹
Es tut weh, aber es macht nichts‹, antwortete Bernadette leise.
›Manchmal muss es wehtun, Madame, damit es heilt.‹“

FALL 5 – „KNOTENSTRICKER“ (HANNAH MILLER)

Für die Protagonistin (und Mitautorin) Hannah Miller ist Maurice Claret sogar ein Heros:
„Alles in Ordnung, redet sie sich ein, sie hat dem Kommissar von diesem Ort erzählt. Mit dringlicher Stimme. Und er hat es ganz sicher nicht vergessen. Nicht Claret!“
An späterer Stelle: „Hannah strahlte ihn an. Was sie von solchen Versprechungen hielt, braucht er nicht zu wissen. Claret war ihr Held.“

So viel Lob für Maurice Claret –
und sogar aus berufenem Kollegen-Munde?

Lassen Sie sich nur nicht täuschen, liebe Leserinnen und Leser,
lernen Sie Kommissar Claret besser selbst kennen!

Vielleicht an einem gemütlichen Abend im Sessel, bei einem Glas Wein?

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen
Ihre
Helene L. Köppel aka Hannah Miller


À votre santé! Und hier unten, rechts, geht es zu meinen Fällen!

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