Segovia – und das „Weltenei“

Das riesige Aquädukt von Segovia
ist eine Hinterlassenschaft der Römer in Spanien. 28 Meter hoch und 728 Meter lang, besitzt das Bauwerk ganze 118 Bögen. Errichtet wurde es im 1./2. Jahrhundert n. Chr. Noch bis zum Jahr 1974 versorgte das Aquädukt die Stadt mit Wasser aus dem über 18 Kilometer weit entfernten Fluss Río Frío. Beim Bau wurde übrigens auf jede Art von Mörtel verzichtet. Kein Wunder, dass daraufhin die Legende aufkam, der Teufel hätte das Aquädukt errichtet und zwar in nur einer Nacht, um die Seele einer jungen Dame in seine Klauen zu bekommen, die ihn zuvor frech herausgefordert hatte: „Ich biete dir meine Seele, Teufel, wenn du es schaffst, mir im Gegenzug Wasser bis zu meinem Haus zu leiten, bevor der Hahn kräht.“

Zur Entstehung der Stadt gibt es noch eine weitere Legende: Segovia soll von Herkules dem Ägypter – einem Urenkel Noahs, um das Jahr 1076 v. Christus gegründet worden sein.

Nach der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts wurde auch Segovia Teil des großen Westgotenreiches. Damit kam die bereits zur Römerzeit begonnene Christianisierung der Region zum Abschluss.
In der Zeit vom 8. bis ins 11. Jahrhundert war Segovia in maurischem Besitz.
Im Jahr 1085 eroberte Alfons VI. die Stadt; vom 13. – 15. Jh. war Segovia Königsresidenz. Hier wurde (1474) Isabella zur Königin von Kastilien ausgerufen.

Der Alcázar
Zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählt die Burganlage im Westen der Altstadt.
Der Alcázar, der zum ersten Mal in einem Dokument aus dem 12. Jh. genannt wird, war die bevorzugte Wohnburg der kastilischen Könige.

Nuestra Señora de la Asunción y de San Frutosdie letzte gotische Kathedrale, die in Spanien gebaut wurde.
Das Gotteshaus wurde um das Jahr 1525 unter Karl V. auf dem höchsten Punkt der Stadt errichtet, nachdem die romanische Vorgängerkirche 1520 abgebrannt war.
Der dreischiffige Bau besitzt Seitenkapellen und einen halbkreisförmigen Chorumgang.
Die nach Plänen von Juan Gil de Hontañón erbaute Kathedrale ist 105 Meter lang, 50 Meter breit und im Hauptschiff 33 Meter hoch.
Der Hochaltar ist aus Marmor, Jaspis und Bronze gearbeitet. Die Weihung erfolgte im Jahr 1768.

Die Fotos aus dem Inneren der Kathedrale können durch Anklicken vergrößert werden!

Eine Kuriosität in der Kathedrale von Segovia ist das sog. „Weltenei“
Es existiert ein vielverbreiteter Mythos, dass die Welt einst aus einem „Urwesen“ hervorgegangen ist. Nach den Lehren der alten Ägypter schlüpfte Amun, den sie den „großen Gackerer“ nannten, aus einem Gänseei, das er zuvor erschaffen hatte. Als selbst unerschaffener Schöpfer soll er die Welt durch „Selbstbegattung“ hervorgebracht haben. Amun ist männlich und weiblich zugleich – wie auch Brahman, die Weltseele der indischen Religion, die ebenfalls das Weltenei kennt. Amun und Brahman galten als geheimnisvolle, verborgene Gottheiten …
Im antiken Griechenland gehörte der Mythos vom Weltenei zum Dionysoskult. Auch im römischen Mithraskult taucht es auf.
Das Ei gilt auch heute noch als vollkommene Form, als die Urform aller Dinge vom Atom bis zur Weltkugel.

Unterhalb der Stadt, nördlich des Alcázar, befindet sich noch ein Kleinod aus dem Hochmittelalter: Die einstige Tempelritter/Grabesritter und Malteser-Kirche Vera Cruz.
Sie besitzt einen 12-eckigen Grundriss und wurde lt. einer im Jahr 1312 angebrachten Widmung am 13. April 1208 gegründet. Als Gründer wird der Orden der Tempelritter genannt, denn es existiert das Fragment einer Malerei, die einen Mann mit Rundschild und Templerkreuz trägt. Die Kirche wurde zudem einzig zu dem Zweck errichtet, um eine Reliquie vom „wahren Kreuz“ (spanisch Vera Cruz) zu beherbergen. Nach einer Urkunde befand sich die Kirche im Jahr 1229 im Besitz des kastilischen Ordens vom Heiligen Grab (Santo Sepulcro); es folgte der Malteserorden. Vera Cruz wurde im 17. Jahrhundert aufgegeben und verfiel nach der Abschaffung der Mönchsorden in Spanien.
Im Jahr 1951 wurde sie restauriert und neu geweiht.

Vielen Dank für Ihr Interesse an Segovia!

Sant Joan les Fonts schöpft aus der Quelle

Folgt man in Spanien der Farbe Lila, ist die nächste Sehenswürdigkeit nicht weit …

Sant Joan les Fonts liegt inmitten der Garrotxa-Vulkanlandschaft, am Fluss Fluvià (Provinz Girona im Nordosten Spaniens). Der ursprüngliche Ortskern wurde bereits im 9. Jahrhundert erbaut, später jedoch durch zwei schwere Erdbeben (1427 und 1428) wieder zerstört. Die ehemalige Klosterkirche, die den Heiligen Johannes und Stephanus gewidmet ist, ist noch gut erhalten; am Turm sieht man Brandspuren. Die Einweihung wurde im Jahr 1117 vollzogen, aber erst im 13. Jahrhundert wurde das Gebäude endgültig fertig gestellt. Heute gilt Sant Joan les Fonts als ein Beispiel spätromanischer Architektur. 1981 wurde die Kirche zum Nationalmonument erklärt.
(Die kleinen Fotos können durch Anklicken vergrößert werden!)

Ringsum Blendarkaden, Gesimse mit Zackenmuster, Säulenfenster

Im Inneren der Kirche befindet sich ein kleines Museum. Die meisten Kostbarkeiten, wie diese vergoldeten Säulen, stehen hinter Glas … Die vier Säulen erinnerten mich an die Säulen des Thrones der hochverehrten Orcival-Madonna (Auvergne). Es ist nicht auszuschließen, dass sich im Hochmittelalter auch hier in Sant Joan les Fonts ein Quell-Heiligtum nebst einer Romanischen Madonna befand. Vielleicht befindet sich diese im Episkopal-Museum von Vic, das heute viele wertvolle Madonnen aus Katalonien beherbergt.

Die Lage von Sant Joan les Fonts ist unbeschreiblich schön, grün und einsam. Zu hören ist hier nur das stetige Rauschen der Quelle …

Ein Stück entfernt befindet sich die gleichnamige „NEUE KIRCHE“ Sant Joan les Fonts im neoklassizistischen Baustil.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Toledo – Stadt und Kathedrale

TOLEDO liegt 65 km südsüdwestlich von Madrid auf einem Hügel oberhalb des Flusses Tajo, mitten in der Castilla-La Mancha, also in der Mitte Spaniens. Die Altstadt ist für ihre arabischen, jüdischen und christlichen Bauwerke aus dem Mittelalter bekannt und von einer Mauer umgeben.
Zusammen mit SEGOVIA UND ÁVILA gehört TOLEDO zu den drei historischen Metropolen im Einzugsbereich der spanischen Hauptstadt MADRID.
Hier lebte auch der griechische Maler El Greco.
Im Bild rechts sieht man die berühmte Brücke aus dem Mittelalter, die den Tajo überspannt.
(Alle Fotos können durch Anklicken vergrößert werden!)

Die Kathedrale von Toledo ist ein Hauptwerk der Spanischen Gotik.
Zur Geschichte: Die Kirche wurde im Jahr 1227 von Ferdinand III., genannt „der Heilige“, erbaut, nachdem er die alte Kirche der arianisch-gläubigen Westgoten (Rekkared, 6. Jh.) abreißen ließ, denn diese war von den Mauren in eine Moschee umgewandelt worden.
Die Kathedrale Santa María de la Asunción, an der Generationen gebaut haben, ist nach dem Vorbild der französischen Kathedrale von Bourges fünfschiffig ohne ausgeprägtes Querhaus erbaut worden, besitzt jedoch im Nordosten des herrlichen Chors ein kompliziertes Kapellensystem und nördlich des Langhauses einen großen Kreuzgang. Das Mittelschiff erreicht eine Höhe von 40 Metern.

Der offizielle Name der Kathedrale lautet Catedral Primada Toledo, was so viel heißt wie „erste Kirche Toledos“. Diesen Namen trägt auch die Website der Kathedrale. Der religiöse Name ist Catedral de Santa María de la Asunción. Dieser Name bringt zum Ausdruck, dass der Kirchenbau Mariä Himmelfahrt gewidmet wurde.

Im nächsten Bild sieht man das sog. „Transparente“ der Kathedrale:
Ein Dachfenster lässt um die Mittagszeit das Sonnenlicht herein, das den Altar beleuchtet:

Details aus dem Inneren der Kathedrale, Statuen, Fresken und mehr …
(Fotos zum Vergrößern bitte anklicken!)

Übrigens …

„Die Jüdin von Toledo …“ ist mein Lieblingsroman von Lion Feuchtwanger. Der Autor (1884-1954) beschreibt darin das Schicksal des jüdischen Kaufmannes Jehuda Ibn Esra und seiner schönen Tochter Raquel im Toledo des 12. Jahrhunderts, als König Alfonso VIII. von Kastilien die Mauren bekriegte, die damals noch weite Teile der Iberischen Halbinsel beherrschten.
Sehr empfehlenswert!

Hinter einem solchen Tor könnte die schöne Raquel gewohnt haben!

Vielen Dank für Ihr Interesse an Toledo!

Ciudad Rodrigo – wo der Teufel manches Mal im Detail steckt …

Die kleinen Fotos können durch Anklicken vergrößert werden!

Ciudad Rodrigo liegt am Fluss Águeda im Westen Spaniens, in der Provinz Salamanca (Kastilien-León), ungefähr 20 km östlich der portugiesischen Grenze.
Die kleine Stadt hat ungefähr 12 000 Einwohner. Ihr ursprünglicher Name war Miróbriga.
Wer diese wirklich sehenswerte und auch freundliche Stadt besichtigen möchte, parkt am besten auf dem Parkplatz außerhalb der Stadtmauern und geht zu Fuß durch das Stadtor Puerta del Sol. Auf diesem Weg erreicht man rasch die historische Altstadt mit dem Plaza Mayor, wo man gemütlich sitzen und sich für weitere Erkundigungen stärken kann. Werfen Sie einen Blick auf die herrlichen Stadtpaläste, die Kathedrale und die Burg, die im Südwesten der Altstadt liegt. Sie wird datiert auf das Jahr 1372; der mächtige Turm entstand hundert Jahre später. Heute befindet sich in der Burg ein Hotel der staatlichen Parador-Kette.

Der alte Name „Miróbriga“ geht auf die Keltiberer zurück, die im 6. Jh. v. Chr. die Stadt gegründet haben.

Ein Zeugnis dieser vorrömischen Zeit ist „El Verraco“, ein Eber aus Granit, den die Keltiberer hinterlassen haben.
Nach der Eroberung durch die Römer wurde die Stadt in Augustóbriga umbenannt. Die älteste Urkunde, die den noch heute aktuellen Namen bezeugt – Civitatem de Rodric – stammt aus dem Jahr 1136.

Die Kathedrale de Santa Maria

Mit dem Bau der Kathedrale von Ciudad Rodrigo wurde im 12. Jahrhundert begonnen, nachdem König Ferdinand II. und Papst Alexander III. die Stadt zur Suffragandiözese* von Santiago de Compostela ernannt hatten. Geweiht wurde das Gotteshaus im Jahr 1165.
Weil die erste Bauphase bis zum 14. Jahrhundert andauerte, lassen sich hier sowohl romanische als auch gotische Elemente finden.
(*einem Erzbischof unterstellt)

Die Kathedrale de Santa Maria „hat es in sich“ – im wahrsten Wortsinn.
Kurz: Ich war überwältigt von der Fülle der Details, die auf mich einstürmten. Lassen auch Sie sich überraschen!

Wie immer können meine Fotos mit einem Klick vergrößert werden.

Ciudad Rodrigo – wo sich über dem Eingang der Kathedrale
ein prachtvoller Fries mit Figuren aus dem Alten Testament befindet
– darunter die geheimnisvolle Königin von Saba
(3. von links)

Ciudad Rodrigo – wo Kunst historisch wertvoll ist:

… wo stattliche Säulen mit stattlichen Zypressen konkurrieren:

… und der Teufel manches Mal im Detail steckt:

… da sollten die Madonnen ein wachsames Auge auf den Teufel haben!

Mit einem letzten „augenzwinkernden“ Blick auf eines der schönen Adelshäuser und
den Donjon des Alcázar bedanke ich mich für Ihr Interesse!

Wer hat Angst vor Maurice Claret?

Es gibt ihn.
Ich kenne ihn seit Jahren.
Ich habe Maurice Claret – so sein Romanname – oft beobachtet.
In Südfrankreich. In Collioure. Heimlich.
(Ich hoffe, er hat es nicht bemerkt!)
Ich habe ihn adaptiert.

So fing alles an …
Nachdem ich nicht nur meine Historischen Romane (Katharer-Romane), sondern auch meine Gegenwartsthriller in Südfrankreich ansiedeln wollte, musste es natürlich ein Franzose sein, der vor Ort meine Fälle löst.
Guter Rat war teuer: Der berühmte Hercule Poirot (eigentlich Belgier) zeigte sich zwar interessiert, fühlte sich aber zu alt für die Verbrecherjagd, der Pariser Kommissar Adamsberg winkte gestresst ab, selbst Claude Bocquillon, der umtriebige schwule Detektiv aus dem südfranzösischen Anduze, war unabkömmlich.

Da erinnerte ich mich an einen freundlichen und immens gutaussehenden Polizisten,
der mir in Collioure ständig über den Weg lief –
und ich gab ihm spontan den Namen
Maurice Claret.

Die kleinen Fotos können durch Anklicken vergrößert werden!

Lassen wir an dieser Stelle einige (fiktive) Romanfiguren zu Wort kommen, die Maurice Claret irgendwann kennengelernt haben:

FALL 1 – „DIE AFFÄRE C.“

Collioure 2004, in der Nacht zum Karsamstag: Der schaurige Sanch-Umzug ist vorüber. In höchster Verzweiflung, weil sie ihren Geliebten nicht finden kann, streift die Anwältin Sandrine Feuerbach aus Nürnberg durch die dunklen Gassen der Stadt. Henri ist spurlos verschwunden.
Plötzlich vernimmt sie hinter sich leise Schritte.
Sie dreht sich um: „Haben Sie mich die ganze Zeit verfolgt oder zufällig hier entdeckt, Brigadier Claret?“
„Ich habe Sie nicht aus den Augen gelassen, seit Sie das Hotel verlassen haben, Madame. Auch wenn wir hier nur eine kleine Gendarmerie sind, so kennen wir doch unsere Pflichten.“
Irgendwie hatte ich den Eindruck, der Mann stünde auf meiner Seite. Aber das wäre mir in dieser Nacht wohl mit jedem Menschen so ergangen, der sich meinethalben auch nur ein kleines bisschen gesorgt hätte …“

FALL 2 – „BLUT. ROTE. ROSEN“

Steffi Conrad, aus Nürnberg – Sandrines beste Freundin – befindet sich sechs Jahre später, also im Jahr 2010, selbst in Gefahr und bittet Maurice Claret (inzwischen zum Kommissar aufgestiegen) um Hilfe. Schauplatz ist Saint-Bertrand-de-Comminges. Steffi erzählt folgendes über den Kommissar: „Maurice Claret war in Zivil, aber ich erkannte ihn sofort wieder. Das tiefschwarze, millimeterkurz geschnittene Haar, die hohe Stirn, die gutgeschnittene Nase, der energische Mund. Er trat auf mich zu, umarmte mich und schüttelte mir lange die Hand. Ich war wirklich froh, ihn zu sehen und wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen …“
Eine weitere Szene am Ende des Romans: Nur nebenbei bemerkt: Jeder Mensch hat Marotten … Selbst Maurice Claret war nicht ohne Spleen. In seinem Kofferraum, das hatte mir Celine Claret (die Frau des Kommissars) im Vertrauen und mit einem Augenzwinkern erzählt, stapelten sich nicht nur glänzende Handschellen, sondern auch jede Menge stahlblaue und schneeweiße frisch gestärkte Button-down-Oberhemden. Ich hatte gelacht, als ich das erfuhr – und wissend genickt. Solcherart stramm, ja geradezu tipptopp aus dem Ei gepellt, hatte ich ihn vor Jahren kennengelernt, an einem ähnlich heißen Tag wie heute, in Port Vendres, einem Nachbarort von Collioure …“

FALL 3 – „TALMI“

Und was erzählt der in diesem Roman als Ich-Erzähler ermittelnde Polizeipsychologe René Labourd über Maurice Claret?
„Clarets dunkle Augen blitzten. Er entsprach nicht dem üblichen Bild eines Kommissars, dazu war er einen Tick zu gutaussehend, doch er galt seit langem als einer der fähigsten und fleißigsten Kriminalisten der Ligue Pyrénées …“

FALL 4 – „SALAMANDRA“

Hören wir, was die Archäologin Bernadette Molander über den Kommissar zu berichten weiß!
„Auf dem Weg in die Stadt zeigte sich Claret wortkarg. Obwohl Bernadette darauf brannte, dass er von sich aus die Sache mit Thomas ansprach, tat er ihr den Gefallen nicht. Dafür schaltete er das Autoradio ein. Zazie sang, und Claret summte leise mit. ›Schönes Lied‹ sagte er am Ende. ›Ca fait mal et ca fait rien – wie würde man den Titel auf deutsch übersetzen?‹
Es tut weh, aber es macht nichts‹, antwortete Bernadette leise.
›Manchmal muss es wehtun, Madame, damit es heilt.‹“

FALL 5 – „KNOTENSTRICKER“ (HANNAH MILLER)

Für die Protagonistin (und Mitautorin) Hannah Miller ist Maurice Claret sogar ein Heros:
„Alles in Ordnung, redet sie sich ein, sie hat dem Kommissar von diesem Ort erzählt. Mit dringlicher Stimme. Und er hat es ganz sicher nicht vergessen. Nicht Claret!“
An späterer Stelle: „Hannah strahlte ihn an. Was sie von solchen Versprechungen hielt, braucht er nicht zu wissen. Claret war ihr Held.“

So viel Lob für Maurice Claret –
und sogar aus berufenem Kollegen-Munde?

Lassen Sie sich nur nicht täuschen, liebe Leserinnen und Leser,
lernen Sie Kommissar Claret besser selbst kennen!

Vielleicht an einem gemütlichen Abend im Sessel, bei einem Glas Wein?

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen
Ihre
Helene L. Köppel aka Hannah Miller


À votre santé! Und hier unten, rechts, geht es zu meinen Fällen!

Zamora – „Die Augen des Duero“

Zamora, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Zamora, liegt malerisch auf einem Felshügel über dem Fluss Duero.
Im Bild die alte Brücke der Stadt, die Puente de Piedras. Sie wurde Anfang des 13. Jahrhunderts fertiggestellt, in späterer Zeit jedoch mehrmals umgebaut, wobei der größte Teil ihrer „Dekoration“ verschwand. Nur die Gewölbe der Hauptbögen und die Pfeiler sind erhalten geblieben. Trotzdem ist diese Brücke noch heute ein echter Hingucker, vor allem in der Abenddämmerung.
Sie ist auch Teil der sog. Silberstraße, auf der sich Zamora befindet, und damit – historisch gesehen – Teil der alten Römerstraße Via de la Plata zwischen
Mérida (Emerita Augusta) und Astorga (Asturica Augusta).

Verblüffend!
Zamoras römische Bezeichnung Ocellum Duri, die Augen des Duero
, scheint ein Vorgriff auf den Ausbau dieser Brücke gewesen zu sein!

Blick auf die Kathedrale von Zamora

Blick auf die Kathedrale von Zamora

Buntes Treiben in der Stadt

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Zamora heute ist eine lebendige, junge Stadt – die gar nicht so stark im Fokus des Tourismus steht, wie man meinen möchte – was vielleicht daran liegt, dass sie nur auf einer Nebenstrecke des Jakobsweg liegt.
Die Stadt hat ca. 60 000 Einwohner und ist bekannt für die Herstellung von Lederwaren und Textilien.
Die Grenze zu Portugal ist 55 km entfernt.

Geschichtlich ist noch anzumerken, dass Zamora, nach der Zerstörung im Jahr 981 durch die Mauren, erst im 11. Jahrhundert wieder aufgebaut und neu besiedelt wurde. Ein Großteil der historischen Bauten, die noch heute existieren, stammt aus dem 12. und 13. Jahrhundert.


Das historische Zentrum von Zamora ist heute als Kulturgut anerkannt.

Urraca – Die Frau mit einer grausamen Seele

Als „femina mente dira“ wurde die wohl bekannteste Person der Stadt gescholten:
Es handelt sich um Urraca, die Schwester des Königs von Kastilien (11. Jh.) Was war geschehen? Urraca soll an der Ermordung ihres eigenen Bruders beteiligt gewesen sein!
Mit ihrer Intrige hat es Urraca weit gebracht: Sie übernahm nach dem Tod des Bruders die Herrschaft in Zamora und schmückte sich mit dem Titel „Königin von Zamora“.
Als „Frau mit einer grausamen Seele“ fand sie später Eingang in das Epos von El Cid, das wohl berühmteste Werk der spanischen Folklore.
Ihre Gebeine ruhen in der Stadt León (Abtei San Isidoro). Das Epitaph trägt die Inschrift: „Hic requiescit domina Urraca, regina de Zamora“ (Hier ruht die Dame Urraca, Königin von Zamora).



Das Castillo de Zamora, in dem auch Urraca Hof hielt, wurde im 11. Jahrhundert erbaut.
Von der ursprünglichen Anlage ist heute jedoch kaum noch etwas zu finden.
Dennoch ist die Anlage beeindruckend!

Die kleinen Fotos zum Vergrößern bitte anklicken!

Zwischen Palmsonntag und Ostersonntag finden in Zamora ganze 18 Prozessionen statt!

In der Stadt Zamora sind 16 Sanch-Bruderschaften zu Hause. In der Karwoche trifft man hier täglich auf ein Meer aus roten, weißen und grünen Kutten mit spitzen Kapuzen und Augenschlitzen.
Die sogenannten Nazarenos, mit ihren dunkelvioletten Kutten, den Dornenkronen, den Seilen um die Hälse, sind vor allem am Gründonnerstag und Karfreitag mit dem großen Kreuz unterwegs.

(Das nebenstehende Foto stammt aus dem Netz, Quelle: //www.turismoenzamora.es/wp-content/uploads/2017/08/patrimonio-cultural.-Semana-Santa-Otras-Pasiones.jpg)

Mit diesem beschaulichen Foto aus einer der alten Gassen von Zamora bedanke ich mich bei Ihnen für Ihr Interesse.
Muchas gracias!