MIREPOIX – die Stadt der Belisama

Nun zur gotischen KATHEDRALE St.-Maurice, die 2009 leider eingerüstet war, so dass ich keine weiteren Außenfotos zeigen kann.

Die Kathedrale, gegründet 1298, ist 48 m lang, 22 m breit (!) und 24 m hoch und befindet sich in Ost-West-Ausrichtung. Zur Kathedrale wurde sie 1317 ernannt.
Das gotische Gewölbe erhielt dieses Gotteshaus jedoch erst im Jahr 1865.

(Foto oben aus dem Netz: GNU Simpler Free Documentation License)

Der erste Bischof nach der Einweihung der Kathedrale war Raymond d`Athon, vormals Abbé von St. Sernin, Toulouse. Gründung einer Bruderschaft: Confrerie Saint-Maurice.

St. Maurice gilt als eine typische katalanische Kirche, was man auch an der gelungenen Ausmalung sieht. Oben im Foto der unentbehrliche „Toni mit dem Kinde“ 🙂 – darunter Jeanne d’Arc, die wohl ebenfalls in keiner französischen Kirche fehlt.

Der Heilige Moritz, nach dem die Kathedrale benannt ist:

Mauritius (deutsch: Moritz, frz. Maurice; * bei Theben in Ägypten, † um 290 in Agaunum im Wallis) war der Legende nach der Anführer der Thebaischen Legion und wird in der römisch-katholischen Kirche seit dem 4. Jahrhundert als Heiliger verehrt. Schutzheiliger des Heeres, der Infanterie, der Messer- und Waffenschmiede. Er wurde angerufen vor Kämpfen, Gefechten und Schlachten. Er gilt zudem als Schutzheiliger der Handwerker, die mit dunkler Farbe umgehen, und der Pferde. Sein Gedenktag ist der 22. September.

Viele prachtvolle Kirchenfenster in St. Maurice:

 

  • Und zum Schluss das berühmte Labyrinth …
 
“Très fragile, très fragile!”, bedeutete man mir, als ich in Mirepoix den Wunsch äußerte, die Maria-Magdalena Kapelle (auch Bischofskapelle genannt) betreten zu dürfen, in der sich, wie ich wusste, ein berühmtes Labyrinth befindet. Der Zutritt war verboten! Man zeigte mir stattdessen eine originalgetreue Replik, die im zugänglichen Teil der Kathedrale hing – was natürlich den Vorteil hatte, dass ich keinen Ariadnefaden brauchte, um wieder heil nach draußen zu gelangen. 🙂

 

Das Labyrinth von Mirepoix (60×60 cm) ist ein sog. Steinrelief, d.h. es wurde auf Anordnung von Philippe de Lévis um das Jahr 1537 auf Fliesen aufgebracht.
Es handelt sich um das letzte in Frankreich gebaute Labyrinth. Trotz seiner geringen Größe zeigt es das gleiche symbolische Muster wie das große Labyrinth der Kathedrale von Chartres, das im Jahr 1220 erbaut wurde. Aber das Mirepoix-Labyrinth unterscheidet sich in einem von Chartres: In seiner Mitte befindet sich der Minotaurus – wie seinerzeit im Labyrinth von Kreta.

Ähnliche Fliesen-Steinreliefs (12.-15.Jh) : Bayeux, Caen, Châlons-sur-Marne, Genainville, Toulouse.

Interessant auch:

Im Jahr 1326 kam der damalige Zisterzienserbischof von Pamiers hierher nach Mirepoix, Jacques Fournier (der auch die Inquisitions-Befragungen von Montaillou* vornahm und wirklich alles fein säuberlich notieren ließ, was wenigstens in diesem Punkt für ihn als Inquisitor spricht!) Das Amt des Inquisitors sollte sich für ihn lohnen: Sein späterer Papstname war Benedikt XII.

* Emmanuel LeRoy Ladurie, „Montaillou – Ein Dorf vor dem Inquisitor“, Ullstein, 1993; Helene L. Köppel, „Béatris – Kronzeugin der Inquisition, 2017,

Mirepoix in der Küche 🙂  🙂  🙂

Zum Röstgemüse Mirepoix (-mirpra-) für braune Fonds: benötigen Sie Möhren/Lauch/ Knollensellerie/Petersilienwurzel/Petersilie/ Zwiebeln: Gemüse putzen, in große Würfel schneiden und mit einem Knochen bzw. Speck braun anbraten und in die siedende Soße geben. Das Röstgemüse soll die gleiche Bräunung besitzen wie die späterere Soße.

Bon appétit!

 

 

 

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