Mein neuer Roman:
Béatris – Kronzeugin der Inquisition

Hervorgehoben

„Béatris – Kronzeugin der Inquisition“
(Chronologisch fünfter Band der losen Reihe „Töchter des Teufels“.)

bildet den Abschluss meiner Katharer-Reihe (jetzt 6 Bände) – und zugleich den Auftakt für einen Neudruck meiner älteren Historischen Romane, die derzeit nur als E-book und/oder antiquarisch erhältlich sind.

Töchter des Teufels

Die geplante neue Reihe trägt den Serientitel „Töchter des Teufels“, wobei jeder Roman in sich abgeschlossen und eigenständig lesbar ist.
In diesem Jahr (2017) sind bereits drei Romane erhältlich (E-book + Taschenbuchausgabe):
„Alix: Das Schicksalsrad“ (1209, Béziers und Carcassonne)
„Sancha: Das Tor der Myrrhe“ (1218 Toulouse)
„Béatris: Kronzeugin der Inquisition“ (1320 Montaillou)

(alle Fotos zum Vergrößeren anklicken)

Worum geht es im neuen Roman „Béatris“:

Anno Domini 1320:
Nach Jahrzehnten blutiger Auseinandersetzungen (Albigenserkreuzzüge) ist die »teuflische Gegenkirche der Katharer« noch immer nicht besiegt. Vor allem die Menschen in den entlegenen Gebirgsdörfern lassen nicht von ihrem Glauben ab: »Meines Vaters Haus in Montaillou ist wegen Häresie schon dreimal zerstört worden«, erzählt ein Schäfer dem Gericht, »und dennoch kann ich der Ketzerei nicht abschwören, ich muss dem Glauben meines Vaters treu bleiben.« Diese Zustände waren der römisch-katholischen Kirche nicht verborgen geblieben. Mit Hilfe des jungen, hochbegabten Vorstehers der Zisterzienserabtei Fontfroid, Jacques Fournier, startet man einen letzten Anlauf zur Ausrottung der Ketzerei. Nach seiner Erhebung zum Bischof von Pamiers installiert Fournier ein Inquisitionstribunal, mit dem Ziel, Pierre Clergue, den Pfarrer und Rädelsführer von Montaillou, für immer dingfest zu machen. Fast hundert Zeugen werden im Laufe der nächsten acht Jahre vorgeladen, inhaftiert und mehrfach verhört. Darunter auch die Kronzeugin der Inquisition, Béatris de Planissoles, die frühere Geliebte des Pfarrers.

Die Ruinen der Burg von Montaillou

Was macht nun den Montaillou-Prozess (in Deutschland erstmals 1993 durch das Sachbuch von Le Roy Ladurie bekannt geworden) so anziehend, dass man als Autorin den Drang verspürt, darüber zu schreiben?

Es waren die Protagonisten, die mich schon vor Jahren in ihren Bann zogen: Béatris und Pierrein all ihrer Widersprüchlichkeit und ihrer Liebe, aber auch ihr Gegenspieler, der interessante Bischof von Pamiers, Jacques Fournier. Als Ankläger und Richter in Personalunion hat sich Fournier bei seiner Urteilsfindung – im Gegensatz zu den damals gängigen Verfahrensweisen der Inquisition – stets an den alten römischen Rechtsgrundsatz gehalten: Quod non est in actis non est in mundo!* So hat er seinen Urteilen nur diejenigen Fakten zugrunde gelegt, die er zuvor selbst ermitteln konnte. Fournier, der akribisch jedes Wort, das im Prozess fiel, aufnotieren ließ, residierte Jahre später als Papst Benedikt XII. in Avignon. Auf ihn geht der Bau des noch heute beeindruckenden Papstpalastes zurück. Aber noch eine weitere Person zog mich während meiner Recherchearbeit zunehmend in ihren Bann: Der Jude Baruch David Neumann. Sein Fall (Zwangstaufe) wurde von Fournier im selben Jahr parallel zum Montaillou-Prozess verhandelt. Damit ist Baruch nur eine Nebenfigur in meiner Geschichte, die aber wesentlich zum Zeitverständnis beiträgt.

Über Ihr Interesse an meinem neuen Roman würde ich mich sehr freuen – und natürlich auch über eine kleine Buchbesprechung!

Herzlichst

Helene Köppel

* Was nicht in den Akten ist, ist nicht in der Welt!

Druckausgabe: ISBN 978-3744852500 – bestellbar in jeder Buchhandlung und/oder bei Amazon
E-book-Ausgabe – Amazon Kindle.

Leseprobe auf meiner Website – hier klicken!

Samstag, 15. Juli 2017 – die erste Rückmeldung einer Leserin:

„Frau Köppel schafft es immer wieder, dass man sich nach wenigen Seiten in die Welt der Protagonistin hineinversetzen kann. Fundierte Geschichtskenntnisse, gepaart mit Erzählkunst und viel französischem Flair machen ihre Bücher zu kleinen Kostbarkeiten (nicht nur!) für Frankreichfans.“

Weitere Leserzuschriften:
31.7. : „Ein Sahneschnittchen unter den Historischen Romanen

Der neue Roman von Helene L. Köppel macht mal wieder deutlich, dass „Schreiben“ auch anders geht: ohne bluttriefende Beschreibungen, dafür gespickt mit vielen klugen Wortfechtereien und Spitzfindigkeiten. Sehr gut recherchiert, macht die Autorin in ihrem neuen Werk die besondere Situation der Menschen deutlich, die unter den Schergen der Kirche zu leiden hatten …
Ein sehr empfehlenswerter historischer Roman der Sonderklasse!

10. 10.: Sehr gut recherchiert und realistisch
Der Roman beruht auf Prozessakten und die Heldin ist keine junge Frau, die ihren Lebensweg und die wahre Liebe sucht, sondern bereits fortgeschrittenen Alters. In vieler Hinsicht also ein sehr untypischer historischer Roman, was ihn zu einem ungewöhnlichen Leseerlebnis macht. Das Leben in Südfrankreich des Spätmittelalters wird mit vielen kleinen Details geschildert, die verwitwete Heldin hat bereits einige Liebesabenteuer hinter sich und ist dennoch eine lebensfrohe Frau, die sich damit arrangiert hat, dass sie den Traummann manchmal haben, aber nicht halten kann. Der Konflikt zwischen dem zwar verbotenen, aber heimlich noch praktizierten katharischem Glauben und dem absoluten Machtanspruch der katholischen Kirche lässt sie in Schwierigkeiten geraten, die sie schließlich meistert. Das Ende ist nicht märchenhaft glücklich, sondern sehr überzeugend und realistisch. Béatris hat zwar einige Illusionen aber nicht die Lebensfreude verloren und geht weiterhin ihren Weg.

Mein neuer Roman:
„Béatris – Kronzeugin der Inquisition“

Hervorgehoben

(Burgruine von Montaillou; Südfrankreich, Dep. Ariège)

Zur Historie im Roman

Anno Domini 1320: Nach Jahrzehnten blutiger Auseinandersetzungen (Albigenserkreuzzüge) ist die »teuflische Gegenkirche der Katharer« noch immer nicht besiegt. Vor allem die Menschen in den entlegenen Gebirgsdörfern lassen nicht von ihrem Glauben ab: »Meines Vaters Haus in Montaillou ist wegen Häresie schon dreimal zerstört worden«, erzählt ein Schäfer dem Gericht, »und dennoch kann ich der Ketzerei nicht abschwören, ich muss dem Glauben meines Vaters treu bleiben.«
Diese Zustände waren der römisch-katholischen Kirche nicht verborgen geblieben. Mit Hilfe des jungen, hochbegabten Vorstehers der Zisterzienserabtei Fontfroid, Jacques Fournier, startet man einen letzten Anlauf zur Ausrottung der Ketzerei. Nach seiner Erhebung zum Bischof von Pamiers installiert Fournier ein Inquisitionstribunal, mit dem Ziel, Pierre Clergue, den Pfarrer und Rädelsführer von Montaillou, für immer dingfest zu machen. Fast hundert Zeugen werden im Laufe der nächsten acht Jahre vorgeladen, inhaftiert und mehrfach verhört. Darunter auch die Kronzeugin der Inquisition, Béatris de Planissoles, die frühere Geliebte des Pfarrers.

Eine faszinierende Geschichte

In den Sechziger Jahren des 20. Jahrhundert machte der Katharerforscher Jean Duvernoy (1917-2010) das Register des Bischofs Jacques Fournier (MS 4030) erstmals der französischen Öffentlichkeit zugänglich.
In Deutschland wurde das bedeutende Zeitdokument im Jahr 1993 durch das Sachbuch von Emmanuel LeRoy Ladurie bekannt: »Montaillou – Ein Dorf vor dem Inquisitor«. Inzwischen haben sich zwei weitere anerkannte Historiker mit dem Fall Montaillou beschäftigt: Die Professoren Matthias Benad, Bielefeld: »Domus und Religion in Montaillou«, und René Weis, London: »Die Welt ist des Teufels«.

Ich selbst befasse mich ebenfalls seit Jahren vor allem mit dem Schicksal der ehemaligen Kastellanin von Montaillou. Mit dem Schreiben meines Romans begann ich jedoch erst im Jahr 2015 – nach meinem ersten Besuch in Montaillou …

Recherche In Montaillou – ein Reisebericht und ein kleiner Vorgeschmack auf den Roman, der im Juli 2017 erschienen ist:

Es war ein eher trüber Tag, als ich am 2. September 2015 von Prades (Pyrénées Oriental) über Marcevol, Puilaurens und Axat nach Montaillou fuhr, um mir einen eigenen Eindruck von meinem zukünftigen Romanschauplatz zu verschaffen. Nun, Montaillou schlief. Klösterliche Einsamkeit in diesem abseits gelegenen, »steinreichen« Pyrenäenwinkel.
Das heutige Montaillou zählt ganze 24 Einwohner. Es liegt ein Stück unterhalb des mittelalterlichen Dorfes, am Fuße des Berges. Beim Betreten des Ortes stößt man zuerst auf das imposante Schlosstor der Familie Montauriol (16. Jahrhundert), geschmückt mit drei bunten Wappen. Das Schloss selber existiert nicht mehr, es wurde im 18. Jh durch Brandstiftung zerstört.

Beim Weitergehen treffe ich auf einige bäuerliche Anwesen und wenig einladende Gebirgssteinhäuser. Die einsame bunte Fähnchenkette, die zwischen den Häusern flattert, erinnert mich an tibetische Gebetsfahnen. Der Vergleich ist erlaubt, denn es gibt Berührungspunkte zwischen Katharertum und Buddhismus: Der Ursprung des katharischen Glaubens geht auf den persischen Propheten Mani zurück, der im 3. Jh. n. Chr. das Denken von Zoroaster, Buddha und Jesus zusammengefasst hat.
Das kleine Informationszentrum von Montaillou ist geschlossen, ebenso die Kirche aus dem 17./18. Jahrhundert. Ein Cafè fehlt. Der Ort scheint wie ausgestorben. Dafür tauchen die ersten Ruinen auf: Klein, geduckt, mit gähnenden Fensterlöchern und grob zusammengenagelten Holztüren, silbriggrau vom Alter. Im 14. Jh. gab es hier fast fünfzig große Familien, die aber teilweise miteinander verwandt waren. Ihre mit Schindeln bedeckten, teils zweistöckigen Häuser zogen sich terrassenförmig bis hinauf zur Burg. Ein Haus über dem anderen, wobei die unterste Häuserreihe eine natürliche Stadtmauer bildete. Das ganze Ensemble – Dorf und Burg – war früher von Wäldern umschlossen gewesen.

(Alle Fotos können durch Anklicken vergrößert werden!)

Beim Hinaufsteigen drehe ich mich ständig um. Doch niemand folgt mir. Gespenstische Ruhe. Aber die Stille schärft bekanntlich die Wahrnehmung: Verbirgt sich da was im Schattenwinkel der Ruinen? Unter der Kruste des Mauerwerks, dem Schorf? Vielleicht die Träume der Menschen, die dort einst gelebt haben? Ihre Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste? Ihr Lachen? Ihre Wut? Pianissimo – kaum vernehmbar ist dieser Ton aus ferner Zeit!
Ich habe es schon früher erlebt, wenn Bewusstes auf Unterbewusstes trifft, z.B. in Carcassonne, wo »Rixende« entstand, in Rennes-le-Château, bei meiner Arbeit für »Marie«, oder aber in Arles (Blut.Rote.Rosen).
Steil geht es jetzt nach oben. Rechts ein grasbewachsener Hang, links weitere Spuren alter Besiedlung: Behauener Fels, verfallende und längst verfallene Häuser – darunter vielleicht das Anwesen, in dem Béatris nach dem Tod des Kastellans wohnte. Zwischen den Mauerresten Schafgarbe, Brennnesseln und leuchtend gelbe Trollblumen.

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Leicht außer Atem erreiche ich den Fontcanal, die Trinkwasserquelle des Ortes, links unterhalb des Burghügels. Das flache Gemäuer liegt geschützt im Wald, direkt am Fußweg nach Ax-les-Thermes. Ich setze mich auf den mit Moos bewachsenen Brunnenrand, um mich auszuruhen. Leise plätschert das Wasser. Es riecht nach nassem Gras und Moder. Ein romantischer Platz. Wie gemacht für Liebesgeflüster und den Austausch häretischer Geheimnisse. Spitzt da oben etwa die Kapuze eines katharischen Perfekten durchs Buschwerk?
Nein, es ist die Donjon-Ruine der ehemaligen Fliehburg von Montaillou, die – 1362 Meter ü. d. M. – wie zwei drohende Finger in den Himmel ragt.

Ich bin neugierig, gebe mir einen Ruck und klettere hinauf – im wahrsten Wortsinn über Stock und Stein, denn die Burgmauern scheinen überall aus dem Felsgestein hervorzuwachsen.
Oben angekommen, halte ich keuchend inne. Meine Beine zittern. Auf den ersten Blick kommt mir die Anlage enttäuschend klein vor. Erst nach dem (nicht ungefährlichen) Abschreiten des buckligen Plateaus und dem Studium einer dort ausgehängten Skizze erkenne ich die tatsächlichen Ausmaße: Um die Burganlage zog sich einst eine fast zwei Meter hohe Mauer, unterbrochen von drei Wehrtürmen, ergänzt von einem Torturm mit Barbakane – und natürlich dem großen Donjon, in dem Béatris vermutlich die Feste gefeiert hat, wie sie gerade fielen.

Ich setze mich auf eines der niedrigeren Mauerstücke und halte Ausschau. Das Panorama ist grandios. Die umliegenden Berge, Hügel und Wälder grün, die Wiesen noch saftig. Aber steil. Lange aufgegebene Terrassenfelder und Gärten auf einem benachbarten Hügel hinter mir. Die Bauern von Montaillou waren im 14. Jh. frei gewesen. Es gab keine Leibeigenen. Sie hatten Schafherden und eigenes Land besessen, das sie vererben und verkaufen konnten. Angebaut wurden Hafer, Weizen, Hanf und Flachs, aber auch – man höre und staune – die Runkelrübe, die z.B. im Rheinland erst im 18. Jh eingeführt wurde.

Als unvermittelt die Sonne durch die Wolken bricht, grüßen aus der Ferne schneebedeckte Gipfel, darunter der berühmte Col de sept frères, der Sieben-Brüder-Pass. Da ich mich in den Pyrenäen befinde … Einsamkeit. Stille. Der Fels. Die Steine. Leichtfüßig schritt man in Montaillou nicht herum. Béatris musste gutes Schuhwerk getragen haben, wenn sie bergab lief, um eine ihrer ketzerischen Freundinnen aufzusuchen. Oder des Sonntags die Messe:

Notre Dame de Carnesses, die berühmte Pilgerkapelle aus dem 12. Jahrhundert, in deren Dämmerdunkel auch sie betete, befindet sich ein Stück außerhalb des Dorfes, inmitten des Friedhofs. Hier, am Ort »eines volkstümlichen lokalen Kults eher heidnischer Färbung« (Ladurie), hat Pierre Clergue gepredigt und direkt neben dem Altar Na Mengarde, seine katharisch-gläubige Mutter beerdigt. Jeder, der Montaillou besucht, fragt sich, ob ihre Überreste noch heute hier ruhen.
Leider ist auch dieses kleine Gotteshaus verriegelt, ein Schlüssel nirgends aufzutreiben. Die Kühe auf den benachbarten Weiden recken zwar die Hälse, interessieren sich aber nicht weiter für Ketzerei.
Pech gehabt?
Ganz sicher nicht, denn die Geschichten von früher sind auf meinem Weg durch Montaillou ein Stück lebendiger für mich geworden. Auch Béatris und Pierre …

Helene Köppel

Eine Leseprobe?

Klicken Sie hier: „Béatris“

Liebster-Award

Karl-Heinz Stabel, verantwortlich für den wunderbaren Blog

PROVENCE IN WORT UND BILD
////www.provenceinwortundbild.de/liebster-award/

hat mich für den Liebster-Award nominiert und mir

11 Fragen

gestellt, die ich hier gerne beantworten will.

(Ich habe vor drei Jahren schon einmal am Liebster-Award teilgenommen, aber damals ging es ums reine Bücherschreiben.)

Vielen Dank, lieber Karl-Heinz Stabel, dass Du an mich gedacht hast!

 

 

Und hier geht es zu den Fragen:

1. Was war der ursprüngliche Grund für Dein Blog?
Eine echte Leidenschaft hat mich jedenfalls nicht dazu getrieben, neben dem Schreiben von Romanen eine eigene Website + Blog zu gestalten. Zuerst hatte ich nur auf meine Bücher aufmerksam machen wollen, dann habe ich gemerkt, wieviel Spaß es macht, auch über meine Reisen nach Frankreich zu berichten.

2. Was reizt Dich besonders am Reisen?
Vor allem Frankreich inspiriert mich. Dieses Land bietet mir seit Jahren alles, was ich zum Schreiben, aber auch zum Durchatmen brauche: eine vielfältige Landschaft, alte Geschichte und Geschichten, reichhaltige Kultur und große Herzlichkeit. Die berühmte Kollegin Donna Leon hat ihren Inspektor Brunetti in Venedig angesiedelt; mein Kommissar Claret wirkt in Toulouse, in Collioure, in Arles, am Canal-du-Midi oder in den Pyrenäen – also überall dort, wo ich mich auskenne.

3. Welche Ziele verfolgst Du mit Deinen Reisen?
Ich interessiere mich besonders für die jeweilige Kultur der Länder, die ich bereise – und für ihre Geschichte. Immer nur am Strand herumliegen, gefällt mir nicht. Ich muss unterwegs sein. Aber ich sitze auch mal gerne im Café, beobachte die Leute um mich herum und mache mir Notizen.

4. Wo würdest Du am liebsten leben?
Das ist schnell beantwortet: In Collioure – meiner Wahlheimat!
Collioure ist ein bezauberndes Hafenstädtchen im Roussillon (Südfrankreich), wo die Pyrenäen gewissermaßen ins Meer fallen. Zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen – an einem neuen Roman zu arbeiten und dabei die Beine baumeln zu lassen – das ist für mich das ultimative Urlaubsparadies! 🙂

5. Wie planst Du Deine Reisen?
Stoße ich in meinen Büchern/Rechercheunterlagen auf einen interessanten Ort, den ich gerne besuchen möchte, setzte ich diesen auf eine Liste. Ein halbes Jahr vor Reiseantritt wird nachgeschaut, was zeitlich und entfernungsmäßig machbar ist. Dann buche ich im Internet die jeweiligen Unterkünfte und bereite mich weiter auf die Reise vor.

6. Was ist Deine Lieblingsbeschäftigung?
Kurz zusammengefasst: Reisen, Recherchieren und Schreiben!

 

7. Welche Erlebnisse hattest Du mit fremden Menschen bei Deinen Reisen, positiv wie negativ?
Spontan erinnere ich mich – nein, nicht an die Bergziege, die ich fast überfahren hätte! -, sondern an eine lustige Begegnung, die jedoch Folgen hatte: Als ich vor drei Jahren erstmals das Kloster Marcevol (Pyrenäen) besuchte – den Schauplatz meines letzten Thrillers, lag vor dem Eingang, mitten im Gras, ein schlafender Mann. Das gefiel mir – und ich habe nach meiner Rückkehr dem Fremden spontan eine Rolle in meinem Roman verpasst.

Pst! Keine Angst: Er gehört zu den Guten!

8. Was würdest Du jedem Reisenden vor einer Reise empfehlen?
Die Augen offenzuhalten.

9. Was alles nimmst du mit auf deine Reisen?
Neben dem üblichen Kram, packe ich meine Kiste mit Reiseführern ins Auto, meinen Laptop, Fotoapparat etc., und meinen Reader. Ah, das Wichtigste hätte ich jetzt fast vergessen: MEINE TASCHENLAMPE – für die finsteren Ecken in den Burgen oder Kirchen!

10. Welches sind Deine Informationen um das richtige Reiseziel zu finden?
Meine Informationen hole ich mir oft aus den einschlägigen Reiseführern, aus Foren und Blogs.

11. Wie würdest Du Dich selbst beschreiben?
Neugierig und offen.

Jetzt überlege ich mir noch, welche mir bekannten Blogger ich an dieser Stelle nominiere und stelle auch gleich meine Fragen:

  1. Blogger sind neugierige Menschen. Wie sieht Dein Alltag für gewöhnlich aus?
  2. Den Seinen gibt`s der HERR im Schlaf? Wie kamst du zum Bloggen?
  3. Gibt es Vorbilder, die Dein Leben und Deine Arbeit beeinflusst haben?
  4. Ich bin ein Mensch. Nichts Menschliches ist mir fremd … Gestattest Du Dir gelegentlich die eine oder andere Torheit?
  5. Über welches Thema brütest Du am liebsten?
  6. Hannibal überquerte die Alpen. Welche Reisen haben Dich nachdrücklich beeinflusst?
  7. Nichts ist so schwierig, als dass es nicht erforscht werden könnte! Wieviel Kraft und Zeit steckst du für gewöhnlich in die Recherche für Deinen Blog?
  8. Welche Hobbies pflegst Du außerhalb des Bloggens?
  9. Luxuria. Was zählt für dich zu den Annehmlichkeiten des Lebens?
  10. Frisch begonnen, ist halb gewonnen? – Bist du ein Morgen- oder ein Nachtblogger?
  11. Hast du ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch deine Blogs zieht?

Ein weiteres Interview (2017)

Meine geschätzte Autorenkollegin Helga P. Schubert hat mir fünf Fragen über meine Arbeit gestellt – hier geht es zum Interview:

//hpsch.blogspot.de/

Vielen Dank, Helga!

Was bedeutet für dich das Schreiben?

Das Schreiben ist für mich eine ständige Herausforderung – aber ich knacke gerne harte Nüsse. So verknüpfe ich z.B. meine Gegenwartsthriller oft mit mysteriösen Geschichten aus der Vergangenheit: Geschichte hinter den Geschichten. Von Anfang an war für mich das Romanschreiben aber auch ein Ausdrucksmittel für Emotionen. Meine Figuren zum Leben zu erwecken, ihr Innerstes nach außen zu kehren, das gefällt mir. Dass man dabei auch seine, ach so sensible Autorenseele aufblättert, ist bekanntlich kein Gerücht, sondern eine Tatsache.

Deine Romane spielen in Frankreich. Was hast du für eine Beziehung zu dem Land?

Frankreich inspiriert mich. Dieses Land bietet mir seit Jahren alles, was ich zum Schreiben, aber auch zum Durchatmen brauche: eine vielfältige Landschaft, alte Geschichte und Geschichten, reichhaltige Kultur und große Herzlichkeit. Die berühmte Kollegin Donna Leon hat ihren Inspektor Brunetti in Venedig angesiedelt; mein Kommissar Claret wirkt in Toulouse, in Collioure, in Arles, am Canal-du-Midi oder in den Pyrenäen – also überall dort, wo ich mich auskenne.

Wie läuft üblicherweise die Recherche für deine Bücher ab?

Ich bin neugierig, will immer alles genau wissen. Deshalb recherchiere ich gerne. Stoße ich auf eine Story, für die es sich lohnt, ein, zwei Jahre am Schreibtisch zu sitzen, besorge ich mir zuerst die entsprechende Begleitliteratur. Ich plotte, schreibe die Rohfassung – und mache mich dann erst auf den Weg nach Frankreich zu den Romanschauplätzen. Neue Erkenntnisse, Landschaftsbeschreibungen etc. arbeite ich später ein – und manchmal auch private Reiseerlebnisse. Diese sind dann oft „das Salz“ im Roman, denn: Wer nichts erlebt hat, hat auch nichts zu erzählen!

Wie erzeugst du eigentlich ganz allgemein die Spannung in deinen Romanen?

Den Spannungsverlauf im Roman so hinzubekommen, dass der Leser später „nägelkauend“ im Sessel sitzt, ist für jeden Autor eine Herausforderung. Ich versuche, die Spannung weniger durch blutige Szenen zu steigern, sondern durch subtilen Nervenkitzel und geschickten Szenenwechsel. Dabei verlasse ich mich weitgehend auf mein Bauchgefühl – und auf meine Figuren, die ich sehr gut kennen muss. Nur wenn ich weiß, wie mein Personal „tickt“, kann ich die „Stellschraube Spannung“ anziehen oder lockern, je nach dem.

Schmiedest du schon neue Pläne für ein weiteres Buch?

Ja, ich schmiede … Im Juli 2017 erscheint ein neuer Historischer Roman, ein Herzensprojekt, an dem ich zwei Jahre gearbeitet habe. Dieses Buch bringt meine Katharer-Romane zum Abschluss; danach plane ich eine Taschenbuch-Neuauflage der nun 6-bändigen Reihe. Parallel befasse ich mich im Kopf mit Band 5 meiner HLK-Südfrankreich-Thriller. Maurice Claret, der als Kommissar übrigens eine eigene Facebook-Seite pflegt, scharrt schon ungeduldig mit den Füßen. Langfristig plane ich etwas völlig Neues, nämlich einen fetzigen Reisebegleiter für Südfrankreich-Fans.

Vielen Dank!

 

„Es gibt eine Zeit, die nass macht …“

 

Jedes Jahr ein neuer Roman?

 

Bei meinen ersten beiden Romanen war das so, aber nur, weil ich in der Wartezeit bis zum Erscheinen meines Erstlings (2002) bereits am zweiten Roman schrieb, der dann im Jahr darauf auf den Markt kam. Heute – ohne Verlagsdruck – schreibe ich zwar noch immer schnell, oft sprudelt es nur so aus mir heraus, doch ich lasse mein jeweiliges Manuskript gern einige Monate reifen. Ganz im Sinne des Landstrichs, in der meine Romane angesiedelt sind, denn dort sagt man:

"Es gibt eine Zeit, die nass macht und eine, die trocknet."

 

Mein nächster Roman – nach einer wahren Geschichte, die sich im 14. Jh in einem abgelegenen Winkel der Pyrenäen zugetragen hat – erscheint daher erst im Sommer 2017.

Ich bitte also meine geschätzten Leserinnen und Leser um ein wenig Geduld!

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Herzlichst,
Helene L. Köppel

LESEN hält wach – garantiert!

 

Die Geduld hat sich gelohnt:
„Béatris: Kronzeugin der Inquisition“ ist auf dem Markt

(E-book + Taschenbuch)

Jedes Buch, das du schreibst, bereichert dein Leben …

Es heißt, 81% aller Menschen würden gerne ein Buch schreiben. Nur 10% tun es wirklich. Zur Zeit hat man den Eindruck, es sind 110 % 🙂 , die sich derzeit mit dem Buchschreiben beschäftigen. Manche posaunen ganz stolz, sie würden alle zwei Monate ein neues „Werk“ auf den Markt werfen, das sei wichtig, um nicht vergessen zu werden.
Ich gehöre da eher zu den Langsamschreibern, die für jedes Buch mindestens ein Jahr brauchen – aber auch Schnecken kommen vorwärts und stellen irgendwann überrascht fest, das sie schon einiges im Leben zusammengetragen haben.

Und natürlich hoffe ich, dass man mich trotzdem nicht vergisst!

Jedes Buch, das du schreibst, bereichert dein Leben!

Für meine Aussage trete ich nun den Beweis an: Als ich mich vor fast 20 Jahren erstmals mit der Geschichte der Katharer beschäftigt und nach und nach ein Arbeitssachbuch erstellt hatte, gab es in Deutschland kaum Informationen zu diesem Thema. Die Materie war zudem verzwickt. Es ging mir nicht nur um die Glaubenswelt der Katharer (Dualismus) und um die historischen Abläufe des sog. Albigenserkreuzzugs – oder das Einsetzen der Inquisition -, sondern speziell auch um das Weltbild des Hochmittelalters in Europa.
Ich las und las, ergänzte ständig meine Daten und damit mein Arbeitssachbuch, das auf über 500 Seiten anwuchs. Dann erst – die Schnecke! 🙂 – begann ich mit dem Schreiben meines ersten Romans „Die Ketzerin vom Montségur“ – heute ESCLARMONDE (E-book). Der Roman fand auf Anhieb einen Verlag (Aufbau-Verlag, Berlin) und ging nach kurzer Zeit schon in die zweite Auflage.
Mein Interesse und meine Neugier darauf, wie es seinerzeit wirklich war, wie die Menschen im Hochmittelalter lebten, liebten, dachten, brachten es mit sich, dass sich der Bestand an Begleitliteratur in Sachen Katharer, Tempelritter, Gral und Mittelalter Jahr für Jahr noch erweiterte.
Das nachstehende Foto zeigt nur eine kleine Auswahl meiner Bücher aus diesem Themenbereich:

Wie nebenbei stieß ich über die Grals-Schiene auf das Bergnest Rennes-le-Château und damit auf Marie Dénarnaud, die Haushälterin und Geliebte des berühmt-berüchtigten Priesters. Wusste die gute Marie, wo Bérenger Saunière den Schatz versteckt hatte?
Ich hoffte es sehr! 🙂
Auch hier galt es, vor dem Schreiben viele Bücher durchzuackern, Gespräche mit anderen Autoren und „Freaks“ zu führen und sich vor Ort umzusehen. Im Jahr 2003 erschien dann „Die Erbin des Grals“ (E-book „Marie“), damals Werbeschwerpunkt im Verlag, Hardcover und Taschenbuchausgabe.
Das nächste Foto zeigt meine Sachbücher rund um RLC, wie „wir Insider“ 🙂  den Namen des südfranzösischen Ortes abkürzen.

Ein drittes Beispiel dafür, wie das Schreiben von Büchern mein Leben bereichert hat, ist mein erster Thriller „Die Affäre Calas“ (E-book + TB „Die Affäre C.). Auf dieses schreckliche Schicksal (Justizskandal in Toulouse im 18. Jahrhundert) stieß ich beim Lesen bestimmter Bücher zum Thema Religiöser Fanatismus. Das Studium des aufsehenerregenden Falles Calas brachte mich dazu, VOLTAIRE zu lesen – eine Bereicherung erster Klasse!

Mein eigener Roman zum Thema Calas war längst auf dem Markt – und ich las noch immer Voltaire. Ein Buch hat mich dabei besonders fasziniert, es ist für mich eines der Bücher, die ich gerne mit auf die „Insel“ nehmen würde: Der Briefwechsel Voltaires mit Friedrich dem Großen.

Bereichert haben mich aber auch einige „bibliophile Schätzchen“, die ich beim Recherchieren entdeckt habe. (Warnung!!! Antiquariate haben höchsten Suchtfaktor! 🙂 )

Unschwer ist festzustellen, dass sich der Kampf gegen Fanatismus, Verfolgung und Ungerechtigkeit wie ein Roter Faden durch meine Romane zieht.

Das gilt auch für meine neuen Thriller mit historischem Hintergrund:
Für Blut.Rote.Rosen habe ich mich gründlich mit dem Dritten Reich und der Flucht der Juden über die Pyrenäen auseinandergesetzt.
Im Roman Talmi, einem Psychothriller, waren die heute vergessenen Cagoten an der Reihe (beide Romane E-book + Taschenbuch.)

Mein Thriller Salamandra – der zum Weihnachtsfest 2015 erschien – hat mein Leben, wie ich finde, auf ganz besondere Weise bereichert: Inspiriert haben mich beim Schreiben zwei berühmte – leider bereits verstorbene – Autorenkollegen aus dem Bereich Phantastischer Literatur.
Mit einem Wort: Die Story ist tricky! 🙂

Im Juli 2017 wird mein neuer Roman Béatris das Licht der Welt erblicken – ein Historischer Roman aus der Katharerzeit, ein Herzensprojekt!
Lassen Sie sich überraschen!

Herzliche Grüße – und bitte nicht vergessen:
LESEN hält wach – garantiert!
Ihre

Helene L. Köppel

PS: Meine Romane können Sie auch über Kindle-Unlimited lesen!