LESEPROBE „Knotenstricker“

(Romanschauplatz Schweden)

Klappentext:

Südfrankreich. Sommer. Der Geruch von Pinien
Doch die Idylle trügt: Von einer hochgelegenen Jagdhütte aus beobachtet jemand aufmerksam die Ankunft der Schriftstellerin Annrose Pfeifer.
Als sie nichtsahnend mit ihrem Mann aus dem Wagen steigt, zerreißt ein Schuss die Abendstille – und Annrose, die noch soviel vorhat im Leben, muss mit ansehen, wie von einer Sekunde auf die andere ihre Welt zerbricht.
Der Fall hält Kommissar Claret und die zuständige Staatsanwältin in Atem, denn es deutet einiges darauf hin, dass die deutsche Autorin der Toulouser Drogenmafia in die Quere kam.

Doch dann gibt es noch einen weiteren beunruhigenden Verdacht …

„Knotenstricker“ ist ein pechschwarzer Psychothriller mit Südfrankreich- und Schwedenflair, in dem es um mehr geht, als um Plagiat, Rache und gestörte menschliche Wahrnehmung.

LESEPROBE

Unbegreiflich eigentlich, dass es Tage gibt, an denen einfach alles schief läuft! Zuerst war beim Einsteigen in den Zug ein kurzer heftiger Platzregen niedergegangen, der sich anhörte, als ob Millionen kleiner Glaskugeln auf das Dach des Waggons prasselten. Dann hatte sich Annrose Pfeifer, nass bis auf die Haut, mit ihrem Trolley durch die verstopften Gänge gequält, nur um kurz darauf festzustellen, dass ihr reservierter Sitzplatz bereits belegt war: Eine junge Mutter mit Kleinkind, beide ebenfalls sichtlich durchnässt, sah sie derart verzweifelt an, dass sie ihr bedeutete, sitzenzubleiben. Sie würde sowieso gleich umsteigen müssen, sagte sie, sie wolle nach Genf.
Aufatmend lehnte sie sich im benachbarten Gepäckabteil mit dem Rücken an die Wand und trocknete sich mit Papiertaschentüchern behelfsweise Gesicht und Haar. Ihre Frisur war vermutlich im Eimer und ihr neuer, hellgrauer Businessanzug roch ganz sicher so muffig-feucht wie die Boucléjacke der älteren Dame neben ihr. Beunruhigend fand sie es auch, dass der Zug nicht pünktlich weiterfuhr. Sie hatte doch beim nächsten Zwischenstopp in Saarbrücken nur fünf Minuten Zeit zum Umsteigen. Und tatsächlich rauschte ihr der Anschlusszug vor der Nase weg, und sie musste fünfzig Minuten auf den nächsten warten. Damit rannte ihr aber auch die Zeit davon. Sie hätte auf Robert hören und einen früheren Zug nehmen sollen!
Schließlich, als wenn es mit den Pannen an diesem Tag noch nicht reichen würde, verstauchte sie sich, der Eile geschuldet, im Bahnhof Genf-Cornavin den linken Knöchel. Das jedoch fand sie nun fast schon wieder zum Lachen.

Leicht hinkend, die Kleidung klamm, verließ Annrose den Bahnhof durch den Haupteingang. Doch bereits unter dem Vordach blieb sie abrupt stehen. Verdammt, der Tag war tatsächlich wie verhext: Auch in Genf schüttete es wie aus Gießkannen!
Sie zog die Einladungskarte aus ihrer Umhängetasche: Hotel Warwick, Rue de Lausanne 14, 1201 Genève, Schweiz, Beginn 20 Uhr. Zimmer reserviert.
Ein Blick auf die Bahnhofsuhr, dann humpelte sie mitten durch den Regen zum Taxistand. Der erste Chauffeur, den sie fragte, deutete auf ein in der Nähe befindliches hohes Gebäude. »Das Warwick schaffen Sie besser zu Fuß«, meinte er.
Besser zu Fuß? Na, dann … Annrose überquerte todesmutig die stark befahrene Straße und ratterte kurz darauf mit ihrem Rollkoffer in die elegante Lobby des Hotels.
Auf dem Weg zur Rezeption kam ihr ein junger Mann in einer verwaschenen orangeroten Jeansjacke und mit geschultertem Rucksack entgegen. Sie wollte ausweichen und – was hatte sie erwartet, an einem Tag wie diesem? – natürlich wich er zur selben Seite aus! Der zweite Versuch, nun nach der anderen Richtung, scheiterte ebenfalls.
»Sorry«, japste sie, während ihr die Regentropfen in den Nacken liefen, »meine Schuld, bin in Eile!«
»Aber nein, meine Schuld«, sagte er lachend und ließ ihr den Vortritt.
Annrose trat an den Tresen und nannte ihren Namen. Während der Rezeptionist seelenruhig den PC befragte, nahm sie aus den Augenwinkeln heraus wahr, dass der junge Mann, mit dem sie beinahe kollidiert wäre, plötzlich schräg hinter ihr stand. Hatte er nicht schon eingecheckt? Irritiert drehte sie sich nach ihm um. »Ja, bitte?«
»Literatur-Agentur Valtus?«, fragte er, kaugummikauend. Er war nicht viel größer als sie, vielleicht einsfünfundsechzig, zierlich gebaut, dunkelhaarig, ein mediterraner Typ.
Sie nickte erleichtert. »Sie etwa auch?«
»Bien sûr! Dann sind wir wohl Kollegen. Können wir uns duzen? Ich bin Danilo. Danilo Plonsky. Schon von mir gelesen?«
Annrose stutzte, lachte aber dann, weil er ihr zuzwinkerte. »Leider nein!« Sie nahm ihr Zimmerkärtchen entgegen und stellte sich ihm ebenfalls namentlich vor.
Ein erschrockener Blick auf die Uhr, und sie stürmten gemeinsam in Richtung Aufzug.
»Welches Stockwerk?«, fragte er, die Hand bereits auf der Schalttafel mit den Knöpfen.
»Sechstes«, antwortete sie. »Hoffentlich dauert es nicht ewig … Mein Zug hatte ein Problem, und dann noch der verdammte Regen heute!«
»Mach dich nicht verrückt«, meinte er. »Wir verpassen höchstens das Champagnersüppchen. Wollen wir nachher zusammen zum Empfang gehen? Sagen wir, in dreißig Minuten? Schaffst du das zeitlich? Mit der … Frisur und so?«

Sie zögerte nicht eine Sekunde. »Aber ja!«, sagte sie dankbar.

(456 Seiten, Taschenbuch- und E-book-Ausgabe, im Buchhandel erhältlich und/oder bei Amazon)

ERSTE LESERSTIMME
„Ein entwaffnend ehrlicher Thriller, auch was das Ende betrifft!“

„KNOTENSTRICKER“ von Hannah Miller

Bild

Hannah Miller ist das Pseudonym der deutschen Autorin Helene L. Köppel, die für ihre Historischen Romane bekannt ist (Katharer-Romane, 12.-19. Jh.) – sowie für ihre Gegenwartsromane (Südfrankreich-Thriller, oft mit historischem Hintergrund).
Wenn sie nicht gerade in ihrem Haus in Schweinfurt schreibt, ist die gebürtige Fränkin an den Schauplätzen ihrer Romane zu finden: in Südfrankreich, Katalonien, Spanien, Schweden.
Sie ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller; vertreten wird sie von der Literary Agency Michael Meller, München.

Dass sie sich für die Veröffentlichung von „Knotenstricker“ ein Pseudonym zugelegt hat – (französisch nom de plume, wörtlich: „Schreibfeder-Name“) –, dient nicht zur Verschleierung ihrer Person, sondern hat mit dem Romaninhalt und der Protagonistin zu tun.

„Es sind die Widersprüche des Ichs, über die ich gerne schreibe …“

Hannah Miller

Kurzer Romaninhalt


Südfrankreich. Sommer. Der Geruch von Pinien
Doch die Idylle trügt: Von einer hochgelegenen Jagdhütte aus beobachtet jemand aufmerksam die Ankunft der Schriftstellerin Annrose Pfeifer.
Als sie nichtsahnend mit ihrem Mann aus dem Wagen steigt, zerreißt ein Schuss die Abendstille – und Annrose, die noch soviel vorhat im Leben, muss mit ansehen, wie von einer Sekunde auf die andere ihre Welt zerbricht.
Der Fall hält Kommissar Claret und die zuständige Staatsanwältin in Atem, denn es deutet einiges darauf hin, dass die deutsche Autorin der Toulouser Drogenmafia in die Quere kam.

Doch dann gibt es noch einen weiteren beunruhigenden Verdacht …

„Knotenstricker“ ist ein pechschwarzer Psychothriller mit Südfrankreich- und Schwedenflair, in dem es um mehr geht, als um Plagiat, Rache und gestörte menschliche Wahrnehmung.


Romanschauplatz Toulouse

Kommissar Maurice Claret zum Fall „Knotenstricker“:
Nicht des Ruhmes wegen …
Die meisten Kriminalfälle, die ich als Kommissar mit meinem Team aufklären konnte, habe ich nach ihrem Abschluss rasch ad acta gelegt, um den Kopf für neue Fälle freizubekommen. Zugegeben: Nicht gänzlich frei, das nicht. Ein Ermittler muss immer auch seine alten Fälle abrufen können, um Vergleiche zu ziehen.
Unvergleichbar wird für mich jedoch der Fall der Schriftstellerin Annrose Pfeifer (alias Hannah Miller) bleiben, deren Leben im Sommer 2012 in eine schwere Krise geriet. Angst um diese Frau war das Gefühl, an das ich mich in dieser Zeit am stärksten erinnere, aber auch Angst um meine eigene Familie: Die Angst, der Täter könnte erneut zuschlagen.
Nach Abschluss des Falles setzte ich mich mit Hannah Miller noch einmal in Verbindung. »Sollte aus Ihrer Geschichte irgendwann ein Roman werden, Madame«, sagte ich zu ihr, »würde ich gerne den Anteil beisteuern, den ich vertreten kann. Nicht des Ruhmes wegen, nur der Vollständigkeit halber!«
Und so sind wir verblieben.
Maurice Claret, Commissaire de Police
Toulouse/Département Haute-Garonne


Leseprobe


Saarlouis/Genf, Donnerstag, 19. Juli 2012

Unbegreiflich eigentlich, dass es Tage gibt, an denen einfach alles schief läuft! Zuerst war beim Einsteigen in den Zug ein kurzer heftiger Platzregen niedergegangen, der sich anhörte, als ob Millionen kleiner Glaskugeln auf das Dach des Waggons prasselten. Dann hatte sich Annrose Pfeifer, nass bis auf die Haut, mit ihrem Trolley durch die verstopften Gänge gequält, nur um kurz darauf festzustellen, dass ihr reservierter Sitzplatz bereits belegt war: Eine junge Mutter mit Kleinkind, beide ebenfalls sichtlich durchnässt, sah sie derart verzweifelt an, dass sie ihr bedeutete, sitzenzubleiben. Sie würde sowieso gleich umsteigen müssen, sagte sie, sie wolle nach Genf.
Aufatmend lehnte sie sich im benachbarten Gepäckabteil mit dem Rücken an die Wand und trocknete sich mit Papiertaschentüchern behelfsweise Gesicht und Haar. Ihre Frisur war vermutlich im Eimer und ihr neuer, hellgrauer Businessanzug roch ganz sicher so muffig-feucht wie die Boucléjacke der älteren Dame neben ihr. Beunruhigend fand sie es auch, dass der Zug nicht pünktlich weiterfuhr. Sie hatte doch beim nächsten Zwischenstopp in Saarbrücken nur fünf Minuten Zeit zum Umsteigen. Und tatsächlich rauschte ihr der Anschlusszug vor der Nase weg, und sie musste fünfzig Minuten auf den nächsten warten. Damit rannte ihr aber auch die Zeit davon. Sie hätte auf Robert hören und einen früheren Zug nehmen sollen!
Schließlich, als wenn es mit den Pannen an diesem Tag noch nicht reichen würde, verstauchte sie sich, der Eile geschuldet, im Bahnhof Genf-Cornavin den linken Knöchel. Das jedoch fand sie nun fast schon wieder zum Lachen.

Leicht hinkend, die Kleidung klamm, verließ Annrose den Bahnhof durch den Haupteingang. Doch bereits unter dem Vordach blieb sie abrupt stehen. Verdammt, der Tag war tatsächlich wie verhext: Auch in Genf schüttete es wie aus Gießkannen!
Sie zog die Einladungskarte aus ihrer Umhängetasche: Hotel Warwick, Rue de Lausanne 14, 1201 Genève, Schweiz, Beginn 20 Uhr. Zimmer reserviert.
Ein Blick auf die Bahnhofsuhr, dann humpelte sie mitten durch den Regen zum Taxistand. Der erste Chauffeur, den sie fragte, deutete auf ein in der Nähe befindliches hohes Gebäude. »Das Warwick schaffen Sie besser zu Fuß«, meinte er.
Besser zu Fuß? Na, dann … Annrose überquerte todesmutig die stark befahrene Straße und ratterte kurz darauf mit ihrem Rollkoffer in die elegante Lobby des Hotels.
Auf dem Weg zur Rezeption kam ihr ein junger Mann in einer verwaschenen orangeroten Jeansjacke und mit geschultertem Rucksack entgegen. Sie wollte ausweichen und – was hatte sie erwartet, an einem Tag wie diesem? – natürlich wich er zur selben Seite aus! Der zweite Versuch, nun nach der anderen Richtung, scheiterte ebenfalls.
»Sorry«, japste sie, während ihr die Regentropfen in den Nacken liefen, »meine Schuld, bin in Eile!«
»Aber nein, meine Schuld«, sagte er lachend und ließ ihr den Vortritt.
Annrose trat an den Tresen und nannte ihren Namen. Während der Rezeptionist seelenruhig den PC befragte, nahm sie aus den Augenwinkeln heraus wahr, dass der junge Mann, mit dem sie beinahe kollidiert wäre, plötzlich schräg hinter ihr stand. Hatte er nicht schon eingecheckt? Irritiert drehte sie sich nach ihm um. »Ja, bitte?«
»Literatur-Agentur Valtus?«, fragte er, kaugummikauend. Er war nicht viel größer als sie, vielleicht einsfünfundsechzig, zierlich gebaut, dunkelhaarig, ein mediterraner Typ.
Sie nickte erleichtert. »Sie etwa auch?«
»Bien sûr! Dann sind wir wohl Kollegen. Können wir uns duzen? Ich bin Danilo. Danilo Plonsky. Schon von mir gelesen?«
Annrose stutzte, lachte aber dann, weil er ihr zuzwinkerte. »Leider nein!« Sie nahm ihr Zimmerkärtchen entgegen und stellte sich ihm ebenfalls namentlich vor.
Ein erschrockener Blick auf die Uhr, und sie stürmten gemeinsam in Richtung Aufzug.
»Welches Stockwerk?«, fragte er, die Hand bereits auf der Schalttafel mit den Knöpfen.
»Sechstes«, antwortete sie. »Hoffentlich dauert es nicht ewig … Mein Zug hatte ein Problem, und dann noch der verdammte Regen heute!«
»Mach dich nicht verrückt«, meinte er. »Wir verpassen höchstens das Champagnersüppchen. Wollen wir nachher zusammen zum Empfang gehen? Sagen wir, in dreißig Minuten? Schaffst du das zeitlich? Mit der … Frisur und so?«

Sie zögerte nicht eine Sekunde. »Aber ja!«, sagte sie dankbar.

(456 Seiten, Taschenbuch- und E-book-Ausgabe, im Buchhandel erhältlich und/oder bei Amazon)

Augenzwinkernde Schlussbemerkung:

Ich weiß, ich weiß, es gibt zuviele Bücher! Der Buchmarkt ist angeblich übersättigt.

Aber – wer weiß? – vielleicht haben ja Sie, liebe Leserin, lieber Leser, gerade auf diese Story gewartet?

Mich würde Ihr Interesse an meinem neuen Roman jedenfalls sehr freuen!

Herzlichst
Ihre
Hannah Miller
aka Helene L. Köppel


Link zu den Leseproben meiner anderen Romane: Klicken Sie bitte hier!


Mein neuer Roman:
Béatris – Kronzeugin der Inquisition

Hervorgehoben

„Béatris – Kronzeugin der Inquisition“
(Chronologisch fünfter Band der losen Reihe „Töchter des Teufels“.)

bildet den Abschluss meiner Katharer-Reihe (jetzt 6 Bände) – und zugleich den Auftakt für einen Neudruck meiner älteren Historischen Romane, die derzeit nur als E-book und/oder antiquarisch erhältlich sind.

Töchter des Teufels

Die geplante neue Reihe trägt den Serientitel „Töchter des Teufels“, wobei jeder Roman in sich abgeschlossen und eigenständig lesbar ist.
In diesem Jahr (2017) sind bereits drei Romane erhältlich (E-book + Taschenbuchausgabe):
„Alix: Das Schicksalsrad“ (1209, Béziers und Carcassonne)
„Sancha: Das Tor der Myrrhe“ (1218 Toulouse)
„Béatris: Kronzeugin der Inquisition“ (1320 Montaillou)

(alle Fotos zum Vergrößeren anklicken)

Worum geht es im neuen Roman „Béatris“:

Anno Domini 1320:
Nach Jahrzehnten blutiger Auseinandersetzungen (Albigenserkreuzzüge) ist die »teuflische Gegenkirche der Katharer« noch immer nicht besiegt. Vor allem die Menschen in den entlegenen Gebirgsdörfern lassen nicht von ihrem Glauben ab: »Meines Vaters Haus in Montaillou ist wegen Häresie schon dreimal zerstört worden«, erzählt ein Schäfer dem Gericht, »und dennoch kann ich der Ketzerei nicht abschwören, ich muss dem Glauben meines Vaters treu bleiben.« Diese Zustände waren der römisch-katholischen Kirche nicht verborgen geblieben. Mit Hilfe des jungen, hochbegabten Vorstehers der Zisterzienserabtei Fontfroid, Jacques Fournier, startet man einen letzten Anlauf zur Ausrottung der Ketzerei. Nach seiner Erhebung zum Bischof von Pamiers installiert Fournier ein Inquisitionstribunal, mit dem Ziel, Pierre Clergue, den Pfarrer und Rädelsführer von Montaillou, für immer dingfest zu machen. Fast hundert Zeugen werden im Laufe der nächsten acht Jahre vorgeladen, inhaftiert und mehrfach verhört. Darunter auch die Kronzeugin der Inquisition, Béatris de Planissoles, die frühere Geliebte des Pfarrers.

Die Ruinen der Burg von Montaillou

Was macht nun den Montaillou-Prozess (in Deutschland erstmals 1993 durch das Sachbuch von Le Roy Ladurie bekannt geworden) so anziehend, dass man als Autorin den Drang verspürt, darüber zu schreiben?

Es waren die Protagonisten, die mich schon vor Jahren in ihren Bann zogen: Béatris und Pierrein all ihrer Widersprüchlichkeit und ihrer Liebe, aber auch ihr Gegenspieler, der interessante Bischof von Pamiers, Jacques Fournier. Als Ankläger und Richter in Personalunion hat sich Fournier bei seiner Urteilsfindung – im Gegensatz zu den damals gängigen Verfahrensweisen der Inquisition – stets an den alten römischen Rechtsgrundsatz gehalten: Quod non est in actis non est in mundo!* So hat er seinen Urteilen nur diejenigen Fakten zugrunde gelegt, die er zuvor selbst ermitteln konnte. Fournier, der akribisch jedes Wort, das im Prozess fiel, aufnotieren ließ, residierte Jahre später als Papst Benedikt XII. in Avignon. Auf ihn geht der Bau des noch heute beeindruckenden Papstpalastes zurück. Aber noch eine weitere Person zog mich während meiner Recherchearbeit zunehmend in ihren Bann: Der Jude Baruch David Neumann. Sein Fall (Zwangstaufe) wurde von Fournier im selben Jahr parallel zum Montaillou-Prozess verhandelt. Damit ist Baruch nur eine Nebenfigur in meiner Geschichte, die aber wesentlich zum Zeitverständnis beiträgt.

Über Ihr Interesse an meinem neuen Roman würde ich mich sehr freuen – und natürlich auch über eine kleine Buchbesprechung!

Herzlichst

Helene Köppel

* Was nicht in den Akten ist, ist nicht in der Welt!

Druckausgabe: ISBN 978-3744852500 – bestellbar in jeder Buchhandlung und/oder bei Amazon
E-book-Ausgabe – Amazon Kindle.

Leseprobe auf meiner Website – hier klicken!

Samstag, 15. Juli 2017 – die erste Rückmeldung einer Leserin:

„Frau Köppel schafft es immer wieder, dass man sich nach wenigen Seiten in die Welt der Protagonistin hineinversetzen kann. Fundierte Geschichtskenntnisse, gepaart mit Erzählkunst und viel französischem Flair machen ihre Bücher zu kleinen Kostbarkeiten (nicht nur!) für Frankreichfans.“

Weitere Leserzuschriften:
31.7. : „Ein Sahneschnittchen unter den Historischen Romanen

Der neue Roman von Helene L. Köppel macht mal wieder deutlich, dass „Schreiben“ auch anders geht: ohne bluttriefende Beschreibungen, dafür gespickt mit vielen klugen Wortfechtereien und Spitzfindigkeiten. Sehr gut recherchiert, macht die Autorin in ihrem neuen Werk die besondere Situation der Menschen deutlich, die unter den Schergen der Kirche zu leiden hatten …
Ein sehr empfehlenswerter historischer Roman der Sonderklasse!

10. 10.: Sehr gut recherchiert und realistisch
Der Roman beruht auf Prozessakten und die Heldin ist keine junge Frau, die ihren Lebensweg und die wahre Liebe sucht, sondern bereits fortgeschrittenen Alters. In vieler Hinsicht also ein sehr untypischer historischer Roman, was ihn zu einem ungewöhnlichen Leseerlebnis macht. Das Leben in Südfrankreich des Spätmittelalters wird mit vielen kleinen Details geschildert, die verwitwete Heldin hat bereits einige Liebesabenteuer hinter sich und ist dennoch eine lebensfrohe Frau, die sich damit arrangiert hat, dass sie den Traummann manchmal haben, aber nicht halten kann. Der Konflikt zwischen dem zwar verbotenen, aber heimlich noch praktizierten katharischem Glauben und dem absoluten Machtanspruch der katholischen Kirche lässt sie in Schwierigkeiten geraten, die sie schließlich meistert. Das Ende ist nicht märchenhaft glücklich, sondern sehr überzeugend und realistisch. Béatris hat zwar einige Illusionen aber nicht die Lebensfreude verloren und geht weiterhin ihren Weg.

LESEPROBE „Béatris – Kronzeugin der Inquisition“

Hervorgehoben

Klappentext

»Etwa ein Jahr nach dem Tod meines Mannes wollte ich in der Kirche von Montaillou zur Beichte gehen. Als ich vor Pierre Clergue kniete, sagte er zu mir, dass er in der Welt keine Frau kenne, die ihm soviel bedeute wie ich …«
(Béatrice de Planissoles, Zeugenaussage im Jahr 1320)

Um den ketzerischen Sumpf im Pyrenäenvorland endgültig trockenzulegen, lädt der Bischof von Pamiers die ehemalige Kastellanin von Montaillou vor. Die noch immer schöne und lebenslustige Béatris soll ihren früheren Geliebten, den Pfarrer Pierre Clergue, belasten. Er gilt als »Wolf im Schafspelz«, weil er als Katholik ketzerische Thesen vertritt und ein Netz von Günstlingen über die Gegend gespannt hat.
Wird es dem Bischof gelingen, das aus Béatris herauszupressen, was sie so geschickt vor ihm zu verbergen sucht?

Nach einer wahren Geschichte, die sich im 14. Jh in einem abgelegenen Winkel der Pyrenäen zugetragen hat.

Kurze Leseprobe

Car greu es pros dona c’adés
hom calque drut no li.n devi.

Eine Frau kann kaum edel sein,
wenn man ihr nicht stets irgendeine
Liebesbeziehung zuschreiben kann.

(Raimon Vidal de Besalú, 13. Jh, Troubadour)

(Montaillou, im Jahr des HERRN 1297)

Ich war Anfang zwanzig und zum vierten Mal schwanger, als ich am Sonnwendtag auf die Wehrplattform des Donjons stieg, um von oben einen Blick auf die Wiese der Comba del Gazel zu werfen, die zu dieser Zeit geradezu übersät war von blauem Enzian und gelben Lilien. Mit einem Mal hörte ich hinter mir ein Geräusch. Ich drehte mich um und blickte in die schwarzen Wieselaugen von Raymond Roussel, dem Verwalter unserer Burg. Er trug ein weißes Leinenhemd und grüne Beinlinge, an denen Hundehaare hingen. Unbemerkt hatte er sich die Wendeltreppe heraufgeschlichen.
»Steigt Ihr mir nach, Raymond? Oder was sucht Ihr hier oben«, fragte ich ihn mit fester Stimme.
Er blieb auf der letzten Stufe stehen, druckste eine Weile herum. Dann jedoch meinte er, er müsse mit mir reden. Es sei ernst.
Ich erschrak. »Geht es um meinen Gemahl? Kam ein Reiter aus Foix? Es ist ihm doch nichts zugestoßen?«
Er schüttelte den Kopf, und dann brach es aus ihm heraus: »Lasst uns nicht um den heißen Brei herumreden, Donna Béatris. Dass man Euch die Knaben wegnahm, war Unrecht. Euer Gemahl hätte Euch das nicht antun dürfen. Und es sind doch auch seine Söhne! Tag um Tag, Stunde um Stunde, musste ich zusehen, wie Ihr unglücklicher wurdet. Dabei seid Ihr noch so jung, und der Herr … nun, er hat die Fünfzig schon überschritten. Außerdem lässt er Euch ständig allein, ist in Geschäften unterwegs.«
Ich runzelte die Stirn. »Ihr sprecht in Rätseln, Raymond!«
»Nun, jeder in Montaillou weiß, dass Eure Familie zu den Guten Christen hält, nicht wahr? Wir beide haben ähnliche Wurzeln. Ich gehöre ebenfalls zu den Katharern, insgeheim.«
Ich bekam ein flaues Gefühl im Magen. In ganz Montaillou wäre es niemandem in den Sinn gekommen, mit mir über die Glaubensvorstellungen meiner Familie zu reden. Privates aus der Vergangenheit war tabu. Weder die Benets, noch die Rives oder gar die Clergues hätten sich so weit hervorgetraut. Ich fühlte mich den Dörflern zwar zugehörig, aber ich war für sie die Kastellanin, wurde von ihnen respektiert.
»Weshalb erzählt Ihr mir das, Roussel? Ihr wisst doch, es ist gefährlich, darüber zu reden.«
Roussel war ganz blass geworden und seine Hände zitterten. »Es fällt mir auch nicht leicht, Euch ohne Vorbereitung mein Ansuchen zu unterbreiten, aber ich tu’s, weil Euer Gemahl erst in einer Woche zurückkehrt: Lasst uns zusammen die Burg verlassen und uns in der Lombardei offen den Katharern anschließen!«
»Was?« Ich traute meinen Ohren kaum. »Seid Ihr verrückt geworden«, herrschte ich ihn an. »Habe ich Euch je einen Anlass gegeben, zu denken, ich wollte mit Euch fliehen? Überdies bin ich wieder schwanger. Was würde da wohl mit meinem ungeborenen Kind.«
Raymond Roussel sah mich mitleidig an. »Mit Verlaub, Donna Béatris, hat es Euch Euer Vater nicht erklärt, dass die Seelen von Männern und Frauen durch neun Körper wandern, bis sie einen Guten Christen finden und durch ihn das ewige Heil erlangen?«
Für einen Herzschlag dachte ich, der Mann sei wirklich verrückt geworden. Doch dann strömten die Worte nur so aus mir heraus: »Was Ihr erzählt, ist heller Unsinn, Roussel! Wie sollte der Geist eines gerade verstorbenen Mannes oder einer toten Frau durch den Mund einer Schwangeren in den Körper ihres Ungeborenen gelangen.«
Er lachte ein unfrohes Lachen und behauptete danach allen Ernstes, dass der Geist über jeden beliebigen Teil des Körpers in eine Frau eindringen könne. Dabei sah er so … durchgeistigt aus, als wenn ihm der Engel Gottes persönlich in der Nacht diese Botschaft überbracht hätte.
»Nein, nein, das kann ich nicht glauben«, parierte ich. »Warum sprechen dann die Kinder nicht sofort nach der Geburt, wenn sie doch eine alte Seele haben?«
»Gottes Ratschluss ist unergründlich, Donna Béatris«, entgegnete Roussel. Offenbar war dem Engel Gottes nichts Entsprechendes eingefallen. »Denkt über meinen Vorschlag nach. Verweilt nicht länger auf einer Burg, in der man keine Guten Christen duldet.«
»Weshalb hält es dann Euch hier, Roussel«, spottete ich, »wenn Ihr doch ein Guter Christ seid? Niemand hindert Euch in die Lombardei zu ziehen.«
»Ich bin nur Euretwegen noch da, Donna Béatris. Ich habe seit langem auf einen günstigen Zeitpunkt gewartet, um mit Euch zu reden. Ich kann Euch nur den einen Rat geben: Packt Eure Habseligkeiten und folgt mir. In der Lombardei seid Ihr in Sicherheit.« Unbeweglich wie eine Statue stand er da und versperrte mir den Treppenabgang.

Liebe Leserinnen und Leser,

An dieser Stelle lade ich Sie auch herzlich ein, mich auf meinem Weg hinauf zur Burgruine zu begleiten! 

Haben Sie Ihre Wanderschuhe parat? 🙂

Hier geht’s lang, bitte anklicken: Meine Recherchereise nach Montaillou

LESEPROBE „Salamandra“

(Romanschauplatz Bésalu)

Klappentext

Die Klugheit tut nie das, was sie vorgibt, sondern zielt nur, um zu täuschen

Rätselhafte Mythen, Vulkangestein, merkwürdige Fossilien. Die exzentrische Archäologin Jenna Marx stößt in Jerusalem auf eine verstörende Inschrift. Sie informiert ihre Münchner Kollegin Bernadette und fliegt nach Südfrankreich, um sich mit einem Informanten zu treffen. Nach der Übergabe eines Buches, das sich mit Satanismus beschäftigt, verschwindet Jenna spurlos. Sie ist einfach nicht mehr da. Als Bernadette nach ihr sucht, stellt sie fest, dass offenbar jemand die Büchse der Pandora geöffnet hat: Wer oder was steckt hinter den niederträchtigen Vorfällen, für die es keine Erklärungen gibt? Auch Kommissar Claret steht vor einem Rätsel und geht bei seinen Recherchen zunächst in die Irre. Ohnehin ist in den Pyrenäen nichts so, wie es scheint – nicht einmal die Liebe!

Kurze Leseprobe

Madame Pierrette, die Inhaberin der Auberge am anderen Ende der Brücke, erkannte Jenna nicht wieder, als Bernadette ihr das Foto vorlegte. »Vielleicht hat sich Ihre Freundin im benachbarten Hotel einquartiert«, meinte sie, den Kopf mit dem angegrauten Haar zur Seite neigend, »das öffnet aber erst am Abend wieder. Ein Trauerfall in der Familie.«
Bernadette biss sich auf die Unterlippe. Dann gab sie sich einen Ruck und mietete sich kurzerhand selbst bei Madame Pierette ein. »Vorerst für eine Nacht«, sagte sie, »meine Freundin hat die Reise vorgeplant; ich hoffe, dass ich sie bald erreiche.«
Lächelnd überreichte ihr die Frau den Schlüssel. Ihre Hand roch nach Nelken.
Bernadette war schon auf dem Weg zur Treppe, als ihr eine Idee kam. Sie drehte sich um. »Dürfte ich mal Ihr Telefon benutzen, Madame? Ich fürchte inzwischen, es könnte mein Handy sein, das eine Macke hat. Obwohl es nagelneu ist.«
»Ah, das kenne ich! Da hilft wohl nur ein Löschen aller Kontakte und ein Neustart.« Madame Pierrette schob ihr bereitwillig das Festnetztelefon über den Tresen.
Bernadette wählte die Nummer aus dem Kopf. Nach mehrmaligem Klingeln tat sich was. Eine Ansage aus dem französischen Netz und die Umleitung auf die Deutsche Mobilbox – dann jedoch: »Ungültiger Empfänger«. Nun wusste sie sich absolut keinen Rat mehr.
Wütend verfasste sie auf ihrem Zimmer eine wirklich »allerletzte« SMS an Jenna, die aber wiederum im elektronischen Nirvana hängenblieb. Lag es vielleicht an der internationalen Kennzeichnung, dass nun gar nichts mehr funktionierte? Probehalber schrieb sie eine SMS an Yohann und danach noch eine Mail. Beide Nachrichten gingen anstandslos raus.
»Ich drehe noch durch, Schatz!«, hatte sie getippt, »heute morgen schrieb mir Jenna eine Nachricht, und nun bin ich in Le Somail – und sie ist erneut abgetaucht. Verrückt, oder? Ich melde mich am Abend nochmals, okay? Jtm! Bises!«
Sie nahm eine Flasche Wasser aus der Minibar, zog die Schuhe aus und setzte sich ans offenstehende Fenster, das bereits im Schatten lag. Nur langsam beruhigte sie sich. Am späten Nachmittag, nachdem sie eine Weile in Lovecrafts Lesebuch geblättert hatte, legte sie in zwei weiteren Pensionen Jennas Foto vor. Niemand erkannte sie.
Sonderbarerweise kannte aber auch keiner diesen Leon. Wo hatte sich der Student eigentlich herumgetrieben? Wo geschlafen? In seinem Auto?

Leserstimmen

Die mystische und spannende Stimmung wird von der ersten Seite an aufgebaut und bis zum Schluss gehalten …
Nach „Blut.Rote.Rosen“ mein absoluter Favorit.

(288 Seiten, E-Book und Taschenbuch)

LESEPROBE „Talmi“

(Romanschauplatz Rocamadour)

Klappentext

Der Tod ist ein eiliger Gesell …

In einem dunklen Bergsee in den Pyrenäen verschwindet ein englischer Schatztaucher. Ein Unglücksfall? Mord?
Kommissar Claret schöpft Verdacht, zumal sich die Reisebegleiter des Engländers, zwei Frauen und zwei Männer, die sich lediglich aus dem Internet kennen, seltsam bedeckt halten.
Der Polizeipsychologe René Labourd setzt die Befragung in einem nahegelegenen Berghotel fort. Dabei stellt sich heraus,
dass seit Tagen eine weitere Person vermisst wird, der Organisator der Reise.
Gibt es noch einen Toten? Was verheimlichen die Begleiter des Tauchers?

Ein abgründiger Reise-Psychoroman auf der Spurensuche
nach den mysteriösen Cagoten …

KURZE LESEPROBE

Ich wollte an diesem Tag eigentlich nur in Ruhe gelassen werden – doch dann musste alles schnell gehen. Als ich nach eineinhalbstündiger Fahrt meinen Jeep neben dem Range-Rover der beiden Polizeitaucher abstellte, atmete ich erleichtert auf: Ich kam spät, aber nicht zu spät.
Ich schulterte meinen Rucksack und hetzte quer über den Parkplatz der Station Monts d`Olmes zum Hubschrauber hinüber, wo die Kollegen schon dabei waren, ihr umfangreiches Equipment einzuladen: Drucklufttauchgeräte, Sauerstoffflaschen, Unterwasserlampen, Akkus, Trockentauchanzüge und Flossen.
Nacheinander kletterten wir in den rot-weißen Rettungshelikopter, der uns über den Col de Girabal auf fast sechzehnhundert Meter hinaufbringen sollte. Es war ein trüber, kühler und windiger Tag, die Berge waren wolkenverhangen.
Kaum, dass ich angeschnallt war, ging es wie in einem Lift senkrecht in die Höhe. Mir war etwas mulmig zumute, auch weil ich nicht wusste, was genau der Kommissar von mir erwartete. Andererseits freute ich mich auf den Flug, denn wann hatte ein Polizeipsychologe schon die Gelegenheit, die Pyrenäen aus einer anderen Perspektive heraus zu betrachten. Und tatsächlich: Es war grandios. Das Panorama nahm mir den Atem.
Aber es ging auch etwas Ungezähmtes, Furchterweckendes von den schroffen, schneebedeckten Felskämmen und steilen Schluchten aus, die wir überflogen, und die grauweißen Wolkenfetzen, die den Helikopter begleiteten wie »Wotans Wilde Jagd«, verstärkten diesen Eindruck noch …

Leserstimmen:
“Ein klarer, fast distanzierter Ton, der viel Raum lässt für leise Untertöne.”
“Mir hat die Auflösung kurz die Sprache verschlagen. Der Hammer! Damit hatte ich nicht gerechnet.
“Eine raffinierte Geschichte, deren Spannungsbogen bis zur letzten Seite hält.”

(466 Seiten, E-book und Taschenbuch)