Der Mont-Saint-Michel – ein „Traum“!

Der Mont St. Michel ist ein uraltes Pilgerziel:
Seit mehr als 1000 Jahren strömen die Menschen zu den Reliquien des Erzengels Michael, der an der höchsten Stelle der Pyramidenkonstruktion thront.
Wie alles anfing …
Offenbar war der Mont Tombe (Grabesberg) bereits im 6. Jh. von Mönchen bewohnt gewesen. Der Bau der ersten Kapelle ist jedoch auf einen Traum zurückzuführen:
Im Jahr 704 erschien dem Erzbischof von Avranches der Erzengel Michael im Traum und forderte ihn auf, eine Kapelle auf dem Gipfel der Halbinsel zu errichten. Der Bischof widersetzte sich. Erst als ihm Michael mit dem Finger ein Loch in den Kopf bohrte, gehorchte er.
Aus der Kapelle wurde eine Stiftskirche mit 12 Kapitularen.
Als im 10. Jh. die Normannen zum Katholizismus konvertierten bekamen sie dafür vom französischen König das Herzogtum Normandie zugesprochen. Richard I. stiftete im Jahr 966 eine Abtei. Dreißig Benediktinermönche zogen auf den Berg. Die Abtei wurde mächtig und reich.
In den folgenden Jahrhunderten finanzierten Herzöge und Könige die großartige Architektur des Klosters. 1017 begann Abt Hildebert II. mit dem Bau der zentralen Klosteranlage, die erst 1520 fertiggestellt sein sollte. Von 1023 bis 1084 wurde eine erste romanische Abteikirche errichtet.
Ab dem 12. Jahrhundert suchten die großen Pilgerströme die schon damals einflussreiche Abtei auf.

(Erzbischof von Avranches – der Träumer)

Drohende Verlandung
Früher war die Insel nur bei Niedrigwasser zu erreichen. Ende des 19. Jh. wurde ein Damm mit einer Straße gebaut, der jedoch die natürliche Meeresströmung unterbrach. Die Bucht versandete zunehmend. 2006 wurde mit dem Bau eines Stahlstegs begonnen. Bei meinem zweiten Besuch im Jahr 2012 befanden sich die Parkplätze bereits auf dem Festland. Shuttle-Busse brachten die Touristen auf die Insel.

Der Niedergang der Abtei:
Im 16. Jh., während der Reformation, ging es mit der Abtei bergab. 1790 verließen die Benediktiner das Kloster – erst 1969 kehrten die Mönche wieder zurück. Während der Französischen Revolution wurde die Abtei in ein Gefängnis für Regimegegner aus den Reihen des Klerus umgewandelt. Der Berg erhielt den Namen Mont-Libre.
Zwischen 15 000 und 18 000 Menschen sollen hier eingekerkert gewesen sein, darunter die politischen Häflinge Raspail und Armand Barbès.

Der Mont-Saint-Michel ist seit langem eine der großen Touristenattraktionen. Jedes Jahr wird er von über drei Millionen Menschen besucht.
Ich möchte Sie nun einladen, mir auf den Berg zu folgen …
(Alle Fotos können duch Anklicken vergrößert werden)

Warnung: In den Ferienmonaten Juli/August sollte man den Mont-Saint-Michel besser meiden!

Die Abteikirche des Mont-Saint-Michel

Das Kloster auf dem Mont-Saint-Michel

Einige schöne Ein- und Ausblicke auf dem Weg zur ebenfalls sehenswerten Kirche St. Pierre …

In der Kirche St. Pierre befindet sich neben dem hier verehrten Erzengel Michael – ganz in Silber! – auch eine wunderschöne Statue der Hl. Anna mit der kleinen Maria an der Hand …

Abschied von Mont-Saint-Michel …

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